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Steuertipps für Ferienjobber

Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium der Finanzen - Januar 2001
Referat Presse und Öffentlichkeitsarbeit- Odeonsplatz 4 80539 München

Vollständige Ausgabe siehe: www.stmf.bayern.de | externer Link

 

AUSHILFSARBEIT VON SCHÜLERN UND STUDENTEN

Vorwort

Mit Fragen des Steuer- bzw. Sozialversicherungsrechts kommen viele junge Leute oft erstmals in Berührung, wenn sie sich etwas Geld dazuverdienen wollen und sich in den Ferien oder neben dem Studium oder der Schule mit Aushilfs- und Teilzeitarbeit ihr Taschengeld aufbessern. Gerade für diesen Personenkreis ist es besonders wichtig, die steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Regelungen im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit zu kennen. Wie groß der Informationsbedarf ist, hat das überaus große Interesse an den bisherigen Auflagen dieser Broschüre gezeigt.

Die Neuauflage berücksichtigt das Steuersenkungsgesetz und das Gesetz zur Einführung einer Entfernungspauschale sowie die Beitragssatzverordnung 2001. Des weiteren wurde die Broschüre um alle maßgeblichen Beträge für das Jahr 2001 aktualisiert.

 

Im Rahmen dieser Broschüre alle Probleme erschöpfend darzustellen, ist leider nicht möglich. Bei Fragen zum Lohnsteuerabzug sowie zur Einkommensteuerveranlagung geben die zuständigen Finanzämter und bei Fragen zur Sozialversicherungspflicht die zuständigen Krankenkassen gerne Auskunft.

 

Prof. Dr. Kurt Faltlhauser
Bayerischer Staatsminister der Finanzen

 

AUSHILFSARBEIT IM ARBEITSVERHÄLTNIS

Wenn Schüler und Studenten in den Ferien oder neben dem Studium arbeiten, werden sie meistens im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses tätig und erzielen als Arbeitnehmer Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Arbeitslohn). Ein Arbeitsverhältnis liegt immer dann vor, wenn der Schüler oder Student für die Dauer seiner Tätigkeit in einen Betrieb eingeordnet und weisungsgebunden ist.

Wie für jeden anderen Arbeitnehmer auch, muss der Arbeitgeber dann vom Arbeitslohn Lohnsteuer und ggf. den Solidaritätszuschlag sowie ggf. auch Sozialversicherungsbeiträge (Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) einbehalten bzw. ab dem 1. April 1999 im Fall einer geringfügigen Dauerbeschäftigung den pauschalen Arbeitgeberanteil zur Renten- und Krankenversicherung entrichten und an das Finanzamt bzw. die Einzugsstelle der jeweiligen Krankenkasse abführen.

 

Ein Arbeitsverhältnis kann auch bei einer Mithilfe im elterlichen Betrieb vorliegen, wenn das Arbeitsverhältnis ernsthaft vereinbart ist, inhaltlich dem zwischen Fremden Üblichen entspricht und tatsächlich so auch durchgeführt wird. Hilfeleistungen, die jedoch auf familiärer Grundlage erbracht und üblicherweise zwischen fremden Personen nicht vereinbart werden, können dagegen nicht anerkannt werden.

 

Der Regelfall: Lohnsteuerkarte

Schüler und Studenten müssen - wie bei jedem sonstigen Beschäftigungsverhältnis auch – im Regelfall zu Beginn der Tätigkeit ihrem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte vorlegen. Die Lohnsteuerkarte wird von der Gemeinde (Einwohnermeldeamt) kostenlos ausgestellt. Zuständig ist die Gemeinde, in der der Arbeitnehmer am 20. September des Vorjahres mit seiner Hauptwohnung gemeldet war. Zusammen mit der Lohnsteuerkarte ist dort auch eine aktuelle Broschüre "Kleiner Ratgeber für Lohnsteuerzahler" erhältlich, die über alles Wissenswerte im Zusammenhang mit der Lohnsteuerkarte (z.B. über die Steuerklassen oder die Eintragung von Freibeträgen auf der Lohnsteuerkarte) informiert.

 

Von den Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte hängt es ab, ob und in welcher Höhe der Arbeitgeber vom Arbeitslohn Lohn- und Kirchensteuer einbehalten muss. Es ist daher wichtig, alle Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte zu überprüfen, bevor die Lohnsteuerkarte an den Arbeitgeber weitergegeben wird.

 

Besonders zu beachten ist die Eintragung der Steuerklasse:
Steuerklasse I für ledige und geschiedene Arbeitnehmer;
Steuerklasse II für ledige und geschiedene Arbeitnehmer, wenn sie mindestens ein zu ihrem Haushalt gehöriges Kind haben;
Steuerklasse III, IV und V für verheiratete Arbeitnehmer oder
Steuerklasse VI für zweite oder weitere Lohnsteuerkarten, wenn der Arbeitnehmer nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn bezieht.

 

Bei der Berechnung der Lohnsteuer ergeben sich für den Arbeitgeber gegenüber seinen dauerhaft Beschäftigten keine Besonderheiten. Die Lohnsteuer bemisst sich nach dem bezogenen Arbeitslohn und den Besteuerungsmerkmalen auf der Lohnsteuerkarte. Der Arbeitgeber hat bei jeder Lohnzahlung die Lohnsteuer und ggf. die Kirchensteuer (im Regelfall 8% der Lohnsteuer) einzubehalten und an das für ihn zuständige Finanzamt (Betriebsstättenfinanzamt) abzuführen.

 

Die Lohnsteuer für den laufenden Arbeitslohn ist für den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum aus der Lohnsteuertabelle zu entnehmen, bei monatlicher Zahlung also aus der Monatslohnsteuertabelle. Für kürzere Lohnzahlungszeiträume gelten die Wochen- oder die Tageslohnsteuertabelle. In diesen Lohnsteuertabellen sind bereits eine Reihe von steuerlichen Vergünstigungen (z.B. der Grundfreibetrag, der Arbeitnehmer-Pauschbetrag für Werbungskosten, die Vorsorgepauschale für Versicherungsbeiträge oder der Sonderausgaben-Pauschbetrag) eingearbeitet, die den Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber bereits mindern.

 

Den amtlichen Lohnsteuertabellen ist zugrunde gelegt, daß der Arbeitnehmer das ganze Jahr über Arbeitslohn bezieht. Bei einer nur vorübergehenden Tätigkeit wird deshalb zuviel Lohnsteuer einbehalten. Diese Überzahlung erstattet das Finanzamt nach Ablauf des Kalenderjahres im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung (siehe Lohnsteuererstattung).

 

Der Lohnsteuerabzug für Sonderzuwendungen (z.B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld) wird mit der Jahreslohnsteuertabelle besonders berechnet. Die Lohnsteuer ergibt sich aus dem Differenzbetrag der Jahreslohnsteuer für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn mit und ohne Sonderzuwendung.

 

Beispiel:
A ist in den Semesterferien als Aushilfskraft beschäftigt. Auf seiner Lohnsteuerkarte ist die Steuerklasse I (für Ledige) eingetragen. Bei Anwendung der Monatstabelle ist für das Jahr 2001 bis zu einem Monatslohn von 1691 DM keine Lohnsteuer einzubehalten.

 

Als Zuschlag zur Lohnsteuer hat der Arbeitgeber auch den Solidaritätszuschlag zu erheben. Soweit keine Lohnsteuer einzubehalten ist, fällt auch kein Solidaritätszuschlag an. Der Solidaritätszuschlag beträgt grundsätzlich 5,5% der einzubehaltenden Lohnsteuer, wobei beim Steuerabzug nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte Bezieher niedriger Arbeitslöhne nicht oder geringer belastet werden.

Diese Vergünstigungen sind in den Steuertabellen zum Solidaritätszuschlag eingearbeitet.

 

Bei der Ermittlung des Solidaritätszuschlags sowie der Kirchensteuer für den laufenden Arbeitslohn ist auch die Zahl der auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Kinderfreibeträge zu beachten.

 

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder am Ende des Kalenderjahres bescheinigt der Arbeitgeber auf der Lohnsteuerkarte vor allem die Höhe des Arbeitslohns, die einbehaltene Lohn- und Kirchensteuer sowie den erhobenen Solidaritätszuschlag. Insbesondere Schüler und Studenten, die nur in den Ferien gearbeitet haben, sollten ihre Lohnsteuerkarte für die Lohnsteuerrückerstattung vom Finanzamt gut aufbewahren (siehe Lohnsteuererstattung).

 

Mehrere Arbeitsverhältnisse nebeneinander mit Lohnsteuerkarte

Häufig üben Schüler oder Studenten gleichzeitig nebeneinander mehrere Beschäftigungsverhältnisse aus und müssen für das zweite Dienstverhältnis eine zweite Lohnsteuerkarte mit Steuerklasse VI vorlegen. Der Steuerabzug nach Steuerklasse VI setzt bereits bei einem sehr geringen Arbeitslohn ein und berücksichtigt nicht, daß u.U. die persönlichen Freibeträge des Arbeitnehmers im ersten Dienstverhältnis noch nicht ausgeschöpft werden. Daher wurde in der Vergangenheit vielfach zuviel Steuer einbehalten, die erst im Wege der Einkommensteuerveranlagung nach Ablauf des Kalenderjahres erstattet werden konnte.

 

Arbeitnehmer, deren voraussichtlicher Jahresarbeitslohn im ersten Dienstverhältnis den maßgebenden steuerfreien Eingangsbetrag (z.B. bei Steuerklasse I 20 251 DM) nicht übersteigt, haben die Möglichkeit, den Steuerabzug bereits im laufenden Kalenderjahr auszugleichen, in dem sie sich vom Finanzamt auf ihrer zweiten Lohnsteuerkarte mit Steuerklasse VI einen Freibetrag und als Ausgleich auf der ersten Lohnsteuerkarte einen korrespondierenden Hinzurechnungsbetrag eintragen lassen.

 

Beispiel:
B hat gleichzeitig nebeneinander zwei Beschäftigungsverhältnisse. Im ersten Dienstverhältnis (Steuerklasse I) beträgt der Monatslohn 1000 DM; im zweiten 600 DM. Auch der Arbeitslohn aus dem zweiten Beschäftigungsverhältnis soll nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte (Steuerklasse VI) versteuert werden. Ohne Frei- und Hinzurechnungsbetrag würden als Lohnsteuerabzug monatlich in Steuerklasse I 0 DM und in Steuerklasse VI 118,58 DM anfallen.

 

Nachdem der voraussichtliche Jahresarbeitslohn aus dem ersten Dienstverhältnis in Steuerklasse I den Eingangsbetrag von 20 251 DM nicht übersteigt, läßt sich B auf der zweiten Lohnsteuerkarte einen monatlichen Freibetrag in Höhe von 600 DM und auf der ersten Lohnsteuerkarte einen entsprechenden Hinzurechnungsbetrag von 600 DM eintragen. Der Lohnsteuerabzug im ersten Dienstverhältnis mit Steuerklasse I bemißt sich dann nach einem zu versteuernden Arbeitslohn von 1600 DM - die hierfür einzubehaltende Lohnsteuer beträgt aber weiterhin 0 DM - und im zweiten Dienstverhältnis nach einem zu versteuernden Arbeitslohn von 0 DM.

 

Nach Ablauf des Kalenderjahres hat der Schüler oder Student eine Einkommensteuererklärung abzugeben, da er gleichzeitig Arbeitslohn aus mehreren Dienstverhältnissen bezogen hat.

 

Die Lohnsteuererstattung

In vielen Fällen wird der Arbeitnehmer Lohnsteuer, die vom Arbeitgeber - bei Vorlage der Lohnsteuerkarte - einbehalten worden ist, vom Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung zurückerhalten. Dies gilt vor allem dann, wenn der Arbeitnehmer nicht das ganze Jahr beschäftigt war oder wenn Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen vorliegen, die beim Lohnsteuerabzug noch nicht berücksichtigt werden konnten. Die Lohnsteuer, die im Rahmen der Lohnsteuerpauschalierung - ohne Vorlage der Lohnsteuerkarte – vom Arbeitgeber einbehalten worden ist, kann dem Arbeitnehmer dagegen nicht erstattet werden.

 

Zur Erstattung der einbehaltenen Lohnsteuer muß der Arbeitnehmer nach Ablauf des Kalenderjahres eine Einkommensteuererklärung bei seinem Wohnsitzfinanzamt (Wohnsitz bei Antragstellung) einreichen. Der Antrag hierfür kann nur bis zum Ablauf des übernächsten Kalenderjahres gestellt werden, also z.B. für das Jahr 2001 spätestens bis zum 31.12.2003. Die notwendigen Formulare sind zusammen mit einem Anleitungsheft zum Ausfüllen der Vordrucke bei jedem Finanzamt kostenlos erhältlich. In bestimmten Fällen (z.B. Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte) ist der Arbeitnehmer verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abzugeben.

 

Das Finanzamt legt bei der Einkommensteuerveranlagung den auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Jahresarbeitslohn zugrunde, berücksichtigt ggf. die vom Arbeitnehmer noch geltend gemachten Steuerermäßigungen und berechnet dann die tatsächliche Jahressteuer neu. Darauf wird die vom Arbeitgeber einbehaltene und auf der Lohnsteuerkarte eingetragene Lohnsteuer angerechnet. Die zuviel gezahlte Lohnsteuer wird dem Arbeitnehmer erstattet. Das gleiche gilt für den einbehaltenen Solidaritätszuschlag.

 

Beispiel:
E war in den Semesterferien zwei Monate als Arbeitnehmer mit einem Monatslohn von 2800 DM brutto beschäftigt. Entsprechend seiner Lohnsteuerkarte (Steuerklasse I) behielt sein Arbeitgeber anhand der Monatstabelle für jeden Monat 252,16 DM Lohnsteuer, für zwei Monate also 504,32 DM ein. Außerdem wurde für jeden Monat ein Solidaritätszuschlag von 13,86 DM (5,5% von 252,16 DM) erhoben.

 

Hätte E das ganze Jahr gleichmäßig jeden Monat 2800 DM verdient, dann hätte der Lohnsteuerabzug nach der Monatstabelle mit den darin eingearbeiteten Monatsfreibeträgen genau der Jahreslohnsteuer entsprochen. Da E aber nur zwei Monate gearbeitet hat, beträgt sein Jahresarbeitslohn 5600 DM. Die zustehenden Jahresfreibeträge sind höher, die einbehaltenen Steuern werden deshalb in voller Höhe erstattet.

 

Bis zu folgenden Jahresarbeitslöhnen 2001 erstattet das Finanzamt die einbehaltene Lohnsteuer in vollem Umfang grundsätzlich zurück:

Steuerklasse I - bis 20 303 DM
Steuerklasse II - bis 26 675 DM
Steuerklasse III - bis 38 015 DM

 

Neben diesen Jahresarbeitslöhnen darf der Arbeitnehmer keine weiteren steuerpflichtigen Einnahmen haben. Die Beträge zur Steuerklasse III (verheirateter Arbeitnehmer) gehen davon aus, dass der Arbeitnehmer Alleinverdiener ist und auch sein Ehegatte keine anderen Einkünfte hat. Soweit beim Arbeitnehmer Steuerermäßigungsgründe (z.B. wegen erhöhter Werbungskosten, erhöhter Sonderausgaben oder außergewöhnlicher Belastungen) zu berücksichtigen sind, können die genannten Jahresarbeitslöhne auch höher liegen.

 

Steuerermäßigungsgründe sind:
Werbungskosten, d.h. alle Aufwendungen, die durch das Arbeitsverhältnis veranlasst sind. Das Finanzamt berücksichtigt von sich aus bereits Werbungskosten in Höhe von 2000 DM, den Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Hat der Arbeitnehmer höhere Werbungskosten, muss er sämtliche Werbungskosten nachweisen.

 

Typische Werbungskosten sind:
Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (für die ersten zehn Entfernungskilometer 0,70 DM und für jeden weiteren Entfernungskilometer 0,80 DM, höchstens grundsätzlich 10 000 DM);

 

Kosten für die Jobsuche (Fahrtkosten bei Benutzung des eigenen Autos ab dem Jahr 2001 je gefahrenen Kilometer 0,58 DM oder sonstige Bewerbungskosten wie Porti und Telefongebühren);

Aufwendungen für Arbeitsmittel (typische Berufskleidung, wie Arbeitskittel oder andere Arbeitsschutzkleidung).

 

Sonderausgaben, bei denen zwischen beschränkt abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen (z.B. Sozialversicherungsbeiträge sowie Beiträge zu einer freiwilligen Kranken-, Lebens-, Unfall- und Haftpflichtversicherung) und den übrigen Sonderausgaben (z.B. Kirchensteuer, Steuerberatungskosten, Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung bis zu bestimmten Höchstbeträgen und Spenden für steuerbegünstigte Zwecke) unterschieden wird. Diese Ausgaben wirken sich steuermindernd aus, soweit sie nicht bereits beim Lohnsteuerabzug aufgrund der Tabelle berücksichtigt wurden. Die von der Höhe des Arbeitslohns abhängige Vorsorgepauschale bzw. der Sonderausgaben-Pauschbetrag sind nämlich in den Lohnsteuertabellen bereits eingearbeitet.

 

Außergewöhnliche Belastungen, d.h. die aufgrund besonderer Umstände zwangsläufig anfallen (z.B. Krankheitskosten und Aufwendungen wegen einer Behinderung).

 

Näheres zu den Werbungskosten, Sonderausgaben und zu den außergewöhnlichen Belastungen enthält die Anleitung zur Einkommensteuererklärung, die zusammen mit den Steuererklärungsvordrucken beim Finanzamt aufliegt.

 

Die Sozialversicherung

Auch bei der Beschäftigung von Schülern und Studenten ist es für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine wichtige Frage, ob Beiträge zur Sozialversicherung (ggf. Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) zu entrichten sind. Für die Frage, ob und in welcher Höhe Sozialabgaben anfallen, ist die Art der Beschäftigung entscheidend.

 

1. Kurzfristige Aushilfsbeschäftigung

Bei einer Beschäftigung, die innerhalb eines Jahres (= Zeitraum von zwölf Monaten) nicht länger als zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage ausgeübt wird (kurzfristige Beschäftigung im Sinne des Sozialversicherungsrechts), fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Die Höhe des Arbeitsentgelts ist dabei unbeachtlich. Mehrere aufeinanderfolgende kurzfristige

Beschäftigungsverhältnisse sind aber zusammenzurechnen. Eine Zusammenrechung mit einer geringfügigen oder normal entlohnten Dauerbeschäftigung ist dagegen nicht vorzunehmen.

Für Schüler, die nur in den Großen Ferien arbeiten, fallen damit unabhängig von der Höhe ihres Arbeitslohns keine Sozialabgaben an.

 

2. Geringfügige Dauerbeschäftigung

Eine geringfügige entlohnte Dauerbeschäftigung im Sinne der Sozialversicherung liegt vor, wenn sie weniger als 15 Stunden in der Woche ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 630 DM nicht übersteigt. Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Erreichen bzw. Überschreiten der Zeit- oder Arbeitsentgeltgrenzen (z.B. durch Überstunden oder Urlaubsvertretung) führt nicht zur Versicherungspflicht. Als gelegentlich wird dabei ein Zeitraum von bis zu zwei Monaten innerhalb eines Jahres angesehen.

 

Bestehen gleichzeitig mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse nebeneinander, sind diese zusammenzurechnen, so dass bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenzen die allgemeinen Grundsätze zur Sozialversicherung (vgl. 3.) gelten.

 

Übt ein Schüler oder Student ausschließlich nur eine solche geringfügige Dauerbeschäftigung aus, besteht in allen Zweigen der Sozialversicherung Versicherungsfreiheit. Der Arbeitgeber hat jedoch ab dem 1. April 1999 einen pauschalen Rentenversicherungsbeitrag in Höhe von 12% des geringfügigen Arbeitsentgeltes zu entrichten. Ist der Schüler oder Student in der gesetzlichen Krankenkasse krankenversichert oder mitversichert, dann hat der Arbeitgeber auch einen pauschalen Krankenversicherungsbeitrag in Höhe von 10% zu entrichten. Entsprechendes gilt, wenn der Schüler oder Student gleichzeitig mehrere geringfügige Dauerbeschäftigungsverhältnisse ausübt und das Gesamtarbeitsentgelt die Geringfügigkeitsgrenze nicht übersteigt.

 

3. Reguläre Dauerbeschäftigung

Übt der Schüler oder Student eine reguläre Dauerbeschäftigung oder gleichzeitig mehrere geringfügige Dauerbeschäftigungen im Sinne des Sozialversicherungsrechts mit einem Gesamtarbeitsentgelt von mehr als 630 DM aus, gelten in der Sozialversicherung die allgemeinen Grundsätze, wonach Arbeitnehmer und Arbeitgeber die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge grundsätzlich je zur Hälfte zu tragen haben. Der Gesamtbeitragssatz beträgt für das Jahr 2001 in der gesetzlichen Rentenversicherung 19,1%, in der Pflegeversicherung 1,7% und in der Arbeitslosenversicherung 6,5%.

 

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung wird von der jeweiligen Krankenkasse in der Satzung festgelegt und ist daher nicht einheitlich. Allerdings sind bei Schülern und Studenten die folgenden Besonderheiten zu beachten:

 

Schüler, die eine Volksschule, eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen, unterliegen nicht der Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung.

 

In der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung gelten die allgemein für Arbeitnehmer maßgebenden Grundsätze, wonach Arbeitnehmer und Arbeitgeber die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge grundsätzlich je zur Hälfte zu tragen haben.

 

Für Studenten, die neben dem Studium einer regulären Dauerbeschäftigung nachgehen, gilt:

In der Rentenversicherung besteht grundsätzlich Versicherungspflicht.

 

In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind Studenten, die an einer Universität oder Hochschule immatrikuliert sind und die nur in den Semesterferien (vorlesungsfreie Zeit) arbeiten, ohne Rücksicht auf die Höhe des Arbeitsentgelts versicherungsfrei in dieser Beschäftigung. Dies gilt auch dann, wenn die Beschäftigung länger als zwei Monate ausgeübt wird, aber eben ausschließlich auf die vorlesungsfreie Zeit begrenzt ist.

 

Des weiteren müssen für Studenten, die während des Semesters (z.B. neben dem Studium für ihren Lebensunterhalt) arbeiten, dann für diese Beschäftigung keine gesetzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entrichtet werden, wenn ihre Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen wird. Diese Voraussetzung wird grundsätzlich dann als erfüllt angesehen, wenn der Student nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet. Ist die Arbeit den Erfordernissen des Studiums angepaßt und untergeordnet, kann Versicherungsfreiheit auch noch bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden bestehen (z.B. Beschäftigung nur am Wochenende, in Abend- oder Nachtstunden).

 

4. Geringfügige Dauerbeschäftigung und reguläre Dauerbeschäftigung

Für Zwecke der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung müssen beide Beschäftigungsverhältnisse zusammengerechnet werden.

 

Bei einem Schüler fallen dann sowohl für das geringfügige Dauerbeschäftigungsverhältnis als auch für das reguläre Dauerbeschäftigungsverhältnis die allgemeinen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung an.

 

Bei einem Studenten fallen sowohl für das geringfügige Dauerbeschäftigungsverhältnis als auch für das reguläre Dauerbeschäftigungsverhältnis in der gesetzlichen Rentenversicherung der allgemeine Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag an. Er ist vom Arbeitgeber und dem Studenten je zur Hälfte zu tragen. In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung besteht in beiden Beschäftigungen dagegen weiterhin Versicherungsfreiheit, wenn die unter 3. genannten Kriterien vorliegen. Ist dies nicht der Fall, dann sind für die geringfügige Dauerbeschäftigung in der Kranken- und Pflegeversicherung (nicht aber in der Arbeitslosenversicherung) die allgemeinen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zu entrichten; für die reguläre Dauerbeschäftigung fällt zu dem allgemeinen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung auch der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung an.

 

Die obigen Ausführungen (1. bis 4.) können nur einen Überblick über die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung geben. Da gerade bei Studenten vielfältige Fallgestaltungen während des Semesters und in der vorlesungsfreien Zeit denkbar sind (z.B. auch die Ableistung eines in der Studienordnung oder Prüfungsordnung vorgeschriebenen Praktikums, für die weitere Sonderregelungen gelten), ist es ratsam, sich im Einzelfall bei der zuständigen Krankenkasse zu erkundigen. Die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger haben zur versicherungsrechtlichen Beurteilung von Studenten, Praktikanten und ähnlichen Personen ein umfangreiches Rundschreiben erstellt.

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