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Durch Zecken übertragbare Krankheiten

Die beiden wichtigsten durch Zecken übertragbaren Krankheiten sind die "Frühsommer-Meningoenzephalitis" (FSME) und die Lyme-Borreliose. Während die FSME eine durch ein Virus ausgelöste Erkrankung ist, handelt es sich bei den Erregern der Lyme-Borreliose um Bakterien.
In Deutschland erkranken jährlich rund 150 bis 300 Menschen an FSME und 30.000 bis 60.000 an Lyme-Borreliose. Die Infektionsgefahr besteht während der Zeckensaison, d.h. in der Regel zwischen März und Oktober.

 

Das FSME-Virus ist nur in bestimmten Gebieten verbreitet (sog. Naturherde). In Deutschland kommt das Virus entlang großer Flusstäler haupt-sächlich in Baden-Württemberg (Hochrisiko-gebiete: der Ortenaukreis, die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Calw, Emmendingen, Rottweil, der Stadtkreis Freiburg im Breisgau und der Landkreis Konstanz) und in Bayern (Hochrisikogebiet: Land- und Stadtkreis Passau) vor.

 

Höchstens fünf Prozent der Zecken in den Naturherden sind Träger des FSME-Virus. Nur 10 bis 30 Prozent der Personen, die von einer virushaltigen Zecke gestochen werden, erkranken tatsächlich. Sieben bis 14 Tage nach dem Zeckenstich kann es zu unspezifischen Anzeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und leichten Magen-Darm-Beschwerden, ähnlich einer Sommergrippe, kommen. Nach etwa acht beschwerdefreien Tagen zeigt sich bei ungefähr zehn Prozent dieser Erkrankten eine Hirnhaut- und/oder Gehirnentzündung. Die FSME kann in ein bis zwei Prozent der Fälle tödlich verlaufen. Eine spezielle FSME-Therapie gibt es nicht. Es werden nur die einzelnen Krankheitserscheinungen behandelt. Dauerschäden im Bereich des Nervensystems können auftreten.

 

   Risikogebiete mindestens 5 FSME-Erkrankungen

   Hochrisikogebiete mindestens 25 FSME-Erkrankungen in einer 5-Jahresperiode

 

Die Lyme-Borreliose ist weltweit und damit auch in ganz Deutschland verbreitet. Doch nicht alle Zecken übertragen die Bakterien. Schätzungsweise sind bei uns rund zwanzig Prozent der Zecken mit Borrelien infiziert. Nicht jeder Stich durch eine infizierte Zecke führt jedoch auch zu einer Erkrankung. Typischerweise kommt es innerhalb von wenigen Tagen bis zu vier Wochen nach einer Infektion zu einer Hautrötung, die sich ringförmig um die Stichstelle ausbreitet ("Wanderröte"). Dabei können grippeähnliche Beschwerden bestehen. Die Wanderröte sollte unbedingt Anlass für einen Arztbesuch sein. Ohne Behandlung mit Antibiotika kann die Krankheit chronisch werden und Schäden an Herz, Leber, Augen, Gelenken, Haut und Nervensystem verursachen. Lähmungs-erscheinungen und rheumatische Beschwerden, die sog. Lyme-Arthritis, stellen seltene, aber ernste Spätfolgen dar.  

Wie schütze ich mich vor FSME und Lyme-Borreliose?

Der einfachste und sicherste Schutz vor Infektionen ist die Vermeidung von Zeckenstichen.
Dabei sind folgende Verhaltensregeln zu beachten: 

  • Im Wald die Wege benutzen, nicht durch dichtes Gebüsch oder hohes Gras gehen
    (Zecken sitzen normalerweise in der Vegetation nicht höher als 1,5 m)!
  • Tragen Sie geschlossene Kleidung, zusätzlich eine Kopf-bedeckung und geschlossene Schuhe!
  • Reiben Sie unbekleidete Körperstellen mit Mückenabwehrmitteln ein (Wirkdauer nur etwa zwei Stunden)!
  • Suchen Sie den Körper nach Aufenthalten in Wald, Wiese und Gebüsch nach Zecken ab; vor allem Körperstellen mit dünner Haut wie Haaransatz, Kopfhaut, Ohren, Hals, Gelenkbeugen sowie Hände und Füße inspizieren!
  • Entfernen Sie festsitzende Zecken sofort möglichst schonend, am besten mit einer spitzen Pinzette, die vorsichtig von der Seite her zwischen Haut und Zecke geschoben wird! Die Zecke soll dabei nicht gequetscht werden, um kein erregerhaltiges Sekret in den Körper zu pressen. Die Zecke nicht mit Öl, Alkohol, Nagellack oder Klebstoff abtöten, da dies den gleichen Effekt wie ein Quetschen der Zecke hat. Ein in der Haut steckengebliebener Zeckenkopf (schwarzes Pünktchen) fällt meist später von alleine ab.
  • Desinfizieren Sie anschließend die Stichstelle mit einem Wundantiseptikum.
  • Die Stichstelle sollte dann etwa vier Wochen lang auf das Auftreten der Wanderröte beobachtet werden. Denn auch ein schnelles Entfernen der Zecke bietet keinen völligen Schutz vor der Übertragung von Krankheitserregern.  

 

Gegen FSME gibt es eine wirksame vorbeugende Impfung, nicht aber gegen Lyme-Borreliose. Die Impfung wird für Personen emp-fohlen, die sich in einem FSME-Risikogebiet in der Natur aufhalten und damit Zeckenstichen ausgesetzt sind. Der Impfschutz hält in der Regel drei bis fünf Jahre.

 

Lesen Sie auch das Interview mit einem Holzbock von Martin Riedlaicher: Interview Holzbock

 

Weitere Informationen:

 

Bayerisches Staatsministerium Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
Abt. 5, Schellingstraße 155, 80797 München
eMail:  poststelle@stmugv.bayern.de

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