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"Kastanienallee Ering"

Deutlich ist auf dem Foto zu sehen, wie sich im August bereits die Rosskastanien braun gefärbt haben, wohingegen die rechts im Vordergrund stehende Rote Kastanie noch überwiegend gesundes Laub trägt.

 

Die Kastanienalle befindet sich am westlichen Ortsrand von Ering und verlängert sozusagen die Lindenalle über die Passauer Straße und die Innwerkstraße bis kurz vor die Innstaustufe. Sie besteht zu 90 % aus der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) und zu 10 % aus der Roten Kastanie (Aesculus x carnea). Neben den roten Blütentrauben unterscheidet sich diese von der Roßkastanie auch durch die drunkelgrünen, glänzenden Blätter. Auch diese Allee wurde durch den Grafen Esterhazy gepflanzt. Allerdings sind durch die spätere Siedlung entlang der Passauer Straße alle Kastanien auf der Südseite der Straße bis auf drei Exemplare gefällt worden. So hat die Allee heute dort mehr den Charakter einer Baumreihe. Die Rosskastanie stammt aus dem Balkan und wurde im 17. Jahrhundert von den Türken bei uns eingführt (ebenso wie z. B. Flieder und Goldregen). In ihrer Heimat ist sie ein Auengehölz und bevorzugt kühle, aber helle Schluchtwälder. Sie liebt zwar deshalb lichte Standorte, meidet aber heiße Wuchsplätze. Dies überrascht, wenn man bedenkt, dass die Kastanien bei uns meist in den Biergärten oder im städtischen Umfeld gepflanzt wurden. Bei Strahlungshitze von versiegelten Flächen (Teerstraßen, Parkplätze, etc.) leiden sie und ihr flaches Wurzelsystem ist außerdem empfindlich gegen jede Art von Bodenverdichtung.

 

Kastanien gehören durch ihre auffällige Blüte zu den reizvollsten Baumgestalten im Frühjahr und läuten damit auch visuell den Beginn des Sommerhalbjahres ein. Eine besondere Eigenart der Roßkastanie ist die sog. Allelopathie, eine Unverträglichkeit mit Unterwuchs. Hochwertige Stauden oder Gräser haben unter dem Schirm von Kastanien schlechte Karten, da die Bäume über Blätter und vor allem über die Schalen der Kastanien sog. Wuchshemmstoffe verbreiten, die das Wachstum anderer Pflanzen stark beeinträchtigen. Hinzu kommt noch der dunkle Schatten, den das dichte Blätterdach der Roßkastanie wirft. Dadurch eignet sie sich eben auch hervorragend für die Biergärten, denn sie hält den Boden frei von anderem Aufwuchs. Deutlich ist: Seit einigen Jahren schleppen die Kastanien ein Problem mit sich herum. Ursprünglich ebenfalls im Balkan beheimatet, hat sich vor ungefähr 10 Jahren die sog. Kastanienminiermotte bei uns ausgebreitet. Die Klimaerwärmung hat es ihr ermöglicht, auch nördlichere Breiten zu besiedeln. Ihre Wirtspflanze ist die Rosskastanie und es gibt kaum mehr ein Exemplar im Landkreis, das noch nicht befallen wurde. Die Motte legt im Frühjahr Ihre Eier in die frischen Blätter, wo die Larven dicke Fraßgänge zwischen den Blatthäuten anlegen. Spätestens nach dem zweiten Befall im Juli sind die Blätter so weit geschädigt, dass sie vertrocknen. Dort, wo das abgefallene Laub nicht regelmäßig beseitigt und vernichtet wird, weisen die Bäume ab August nurmehr eine braune "Trockenkrone" auf. Untersuchungen haben ergeben, dass bis zu vier Generationen pro Jahr ausfliegen können.

 

Leicht zu verwechseln ist das Schadbild der Kastanienminiermotte mit den Nekrosen des Blattbräunepilzes, der meist Hand in Hand mit der Motte voranschreitet. Im Unterschied zur Kastanienminiermotte befällt der Bräunepilz in gleichem Maße auch die Rote Kastanie. Seit Jahren schon verläuft neben dem Naturerlebnis-Radweg auch der Römerradweg auf einer Teilstrecke durch die Kastanienallee. Die Radler freut's und den Bäumen schadet's nicht.

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