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Das Quarzkonglomerat

Bewegt man sich im Gebiet des Nördlichen Vollschotters als Teil der Oberen Süßwassermolasse (z.B. im Raum Triftern/Asenham), stöbert das Auge immer wieder einmal seltsam geformte Steinblöcke auf. Wir haben es hier mit einer geologischen Besonderheit zu tun, dem sog. "Quarzkonglomerat": Vor ca.12 Mio. Jahren wurden Teile des sog. Nördlichen Vollschotters (grobe Quarzsande) mit aufsteigender Kieselsäure zu diesem extrem harten Gestein verbacken ("kaolinisiert" im Fachjargon). Die Kieselsäure wurde durch hohen Druck aus tieferen Schichten "herausgepresst". Zu dieser Zeit herrschte in unserer Gegend subtropisches Klima und der Großteil der Landschaft war von einem warmen, flachen Meer bedeckt.

Die drei bis max. fünf Meter mächtige Quarzkonglomeratbank bildet teilweise markante Geländestufen. Teilweise wurden diese homogenen Platten aber während der Zwischen-Eiszeiten und vor allem seit der Nach-Eiszeit wieder freigelegt: Einmal durch die Erosionskraft der Bäche (z.B. Pelkeringer Bach, Ameringgraben/Kirnbach, etc.), wodurch die Platten unterspült wurden und brachen. Dies führte dazu, daß regelrechte Blockhalden entstanden. Typische Beispiele sind die Kaser Steinstube südlich von Triftern und der Blockstrom im Kirnbach nördlich von Kirn. Eine andere Art von Veränderung kam erst viel später in den regelmäßigen Warmzeiten zwischen den fünf Eiszeiten zustande. Die noch weitgehend vegetationslosen Böden begannen nach dem Auftauen zu fließen. Dabei brachen die Steinplatten in Stücke und die einzelnen Felsen wurden wie Findlinge übers Land verstreut (bekanntestes Beispiel ist der Krokodilsfelsen bei Asenham). Das Bild oben zeigt einen mächtigen Quarzkonglomeratblock im Antersdorfer Bach bei Niedereck im nördlichen Gemeindegebiet der Stadt Simbach am Inn. Das Objekt ist als Naturdenkmal ausgewiesen, dabei aber fälschlicherweise als "Granitblock" bezeichnet worden. Über die Quarzkonglomeratblöcke kursieren viele falsche Theorien im Landkreis. Die häufigste behauptet, die Blöcke wären in der Eiszeit von den Gletscherflüssen zu uns transportiert worden. Ganz abgesehen davon, dass über das Tertiäre Hügelland niemals ein Gletscherfluss hinwegbrauste, handelt es sich hier um ein sog. "autochthones Gestein". Analog zu den autochthonen Gehölzen sind dies Gesteine, die aus der Region selbst stammen und nicht dorthin verfrachtet wurden.

Im Unterschied zum obigen Bild mit einem einzigen mächtigen Felsen bezeichnet man die Situation im Ameringgraben bei Kirn (Gde. Ering am Inn) als sog. Blockstrom. Hierbei wurden die vermutlich bereits gebrochenen Quarzkonglomeratbänke unterspült und aufgrund der Wassererosion im Bachtal verfrachtet und auch "geschliffen". Aufgrund des Waldbachcharakters hat sich eine konstant hohe relative Luftfeuchte eingestellt. Zudem herrscht auch im Sommer ein schattiges, gemäßigtes Klima, wodurch sich vor allem Moose und Farne auf den Felsen angesiedelt haben.

Nicht zuletzt durch diesen Bewuchs stellt sich ein sehr romantisches Landschaftsbild dar, über das sich jeder freut, der zufällig oder auch absichtlich dort vorbei kommt.  

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