01.02.2021 / LEADER

Eine Langzeitvision für den ländlichen Raum in Europa

LEADER beteiligt sich an EU-Workshop

 

„Wie könnte das ländliche Gebiet, in dem wir leben, in der Zukunft – sagen wir im Jahr 2040 – aussehen?“ Mit dieser Frage wandte sich die Europäische Kommission an die Regionen in Europa, um eine Langzeitvision  für den ländlichen Raum abzustecken. Landgemeinden und andere Interessenträger der ländlichen Entwicklung sollten ihre Ansichten in die Initiative einbringen können. So organisierten in den letzten Wochen überall in Europa Regionen einen methodisch vorgegebenen Workshop, um ihre Visionen zu erarbeiten und an die Europäische Kommission rückzumelden.

Im Landkreis Rottal-Inn fanden sich Mitglieder des LAG Steuerkreises und der Kreisentwicklung zum virtuellen Workshop ein, um gemeinsam am Idealbild von der Zukunft zu arbeiten. Ziel des Seminars war es, das Nachdenken darüber zu fördern, wie unsere Region sein sollte, wie sie sich in den nächsten 20 Jahren verändern könnte, welche Entwicklungen willkommen wären und welche grundlegenden Voraussetzungen erfüllt sein müssten, damit die Region zum Ort unserer Träume werden kann.

Nach einer lebhaften und engagierten Diskussion, moderiert von LAG-Managerin Inge Hitzenberger, wurden einige Grundvoraussetzungen dafür identifiziert, dass Veränderungen eintreten können. Um die Artenvielfalt und die Gewässer zu schützen, brauche es mehr gegenseitiges Verständnis bei Grundstückseigentümern und Verbrauchern. Umweltverträgliches und nachhaltiges Handeln müsse belohnt werden, die Politik müsse Voraussetzungen für die Anerkennung von Gemeinwohlleistungen schaffen. Verbraucher sollten noch mehr motiviert werden, regionale Lebensmittel zu kaufen. Dafür müssten diese erkennbarer werden, regionale Verarbeitungsstrukturen müssten ausgebaut und bürokratische Hemmnisse abgebaut werden.

Im Ehrenamt brauche es eine Änderung der Strukturen, damit auch jüngere Leute sich dort als wirksam erleben können. Generell brauche das Ehrenamt mehr Wertschätzung und auch finanzielle Unterstützung. Das soziale Umfeld müsse gestärkt werden durch mehr Begegnung, Offenheit und Vernetzung. Dazu brauche es auch identitätsstiftende Ereignisse, wie zum Beispiel das Familienfest des Landkreises, das man noch erweitern und attraktiver machen könne. Digitalisierung und Globalisierung eröffnen Chancen auch für Kultur und regionale Identität, denn durch den Austausch mit der „weiten Welt“ können neue Ideen entstehen.

Die gesamten Ergebnisse wurden der Europäischen Kommission zugeleitet. Den Abschluss der Visionsentwicklung bilden eine virtuelle Konferenz im März 2021 und die Veröffentlichung der „Mitteilung über eine Langzeitvision für den ländlichen Raum“ im Juni 2021. Aber auch innerhalb des Landkreises können die Ergebnisse für die Fortschreibung der verschiedenen Entwicklungskonzepte genutzt werden.