12.06.2019 / Allgemein, Bildungskoordinatorin

Interview mit Kathrin Zenger - Bildungskoordinatorin

Offizieller Name der Stelle
Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte

 

 

Und jetzt nochmal auf Deutsch? ;)
Wir kürzen es meist einfach als „Bildungskoordination“ ab

 

 

Wie genau sieht deine Arbeit aus?

Die vom BMBF geförderte Koordinierungsstelle hat zum Ziel, vor Ort eine Anlaufstelle zum Thema „Integration durch Bildung“ aufzubauen. Es geht also darum, „das große Ganze“ im Blick zu behalten – so wie bei einem Puzzle soll am Ende aus vielen einzelnen Stücken (z.B. Sprachförderung in der Kita oder Integrationskurs für Erwachsene) ein stimmiges Gesamtbild werden.

 

Praktisch sieht das so aus, dass ich zum Beispiel Vernetzungstreffen, Fachtage oder Arbeitsgruppen organisiere, damit die zuständigen Organisationen, Bildungseinrichtungen und Ansprechpartner untereinander Informationen tauschen und Lösungen finden. Am Ende entstehen dann praktische Hilfestellungen wie z.B. die mehrsprachige „Integreat App“, der „Faktencheck Bildung und Integration“, ein mehrsprachiger Elternabend zusammen mit dem Schulamt zum Bildungssystem in Bayern oder das Projekt „ehrenamtliche Sprach- und Kulturmittler“.

 

Wie bist du zu diesem Job gekommen?

Ich habe im Sommer 2016 als Bildungskoordinatorin im LRA angefangen. Vorher habe ich eine Zeit lang bei der Euregio in Freyung im Informationszentrum „Europe Direct“ gearbeitet und in Passau in einer gemeinnützigen Organisation Projekte im Bereich Ehrenamt/ Integration mit aufgebaut und betreut. 2014 habe ich mein Soziologie Studium abgeschlossen, da habe ich mich bereits wissenschaftlich viel mit den Themen Bildung – soziale Ungleichheit – Migration befasst.

 

An wen richtet sich deine Arbeit?

Das habe ich ja oben schon ein bisschen beantwortet – im Grunde genommen bin ich als Schnittstelle Ansprechpartner für die verschiedenen Fachbereiche, Bildungseinrichtungen oder auch ehrenamtliche Initiativen. Das betrifft also sowohl den Austausch hier im Haus mit z.B. dem Jugendamt, Sozialamt oder der Ausländerbehörde als auch mit z.B. der Berufsschule, dem Jobcenter, Kindergärten oder Ehrenamtlich Engagierte. Über meinen „Faktencheck Zuwanderung und Integration“ versuche ich aber z.B. auch, den Bürgermeistern und Kreisräten auf politischer Ebene sachliche Informationen zur Verfügung zu stellen.

 

 

Welche Unterstützung bietest du?

Informationen, Materialien, Vernetzung, Austausch, Ideen, Förderprogramme für die Finanzierung von Vorhaben, Statistiken/ Fakten, Grafiken….

Für interessierte Bürger: Newsletter Bildung und Integration mit der Integrationslotsin

 

 

Was ist deine Motivation?

Mir ist es wichtig, dass wir als Menschen fair miteinander umgehen und dazu gehört für mich z.B. auch, dass man sich einmal mit den tatsächlichen Fakten zur Zuwanderung auseinandersetzt und sich nicht von Stimmungen verunsichern lässt. Mir macht das Spaß, solche Informationen aufzubereiten und ich trage sie gern weiter.

Ansonsten sind es im Arbeitsalltag die kleinen Dinge, wenn ich zum Beispiel eine Kita unkompliziert durch einen Sprachmittler dabei unterstützen konnte, ein Kommunikationsproblem mit der nicht-deutschsprachigen Familie zu lösen.  

 

Was ist das Coolste an deiner Arbeit? 
Auf jeden Fall die Vielfältigkeit, dass ich ständig dazulernen und immer wieder Neues entdecken und Ideen verwirklichen kann.