20.08.2020 / Allgemein

2020 - ein echtes Wespen- und Hornissen-Jahr

2020 wimmelt es bei uns nur so vor Wespen und Hornissen. Was gilt es daher zu beachten?

Hier eine Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde
 

Vorab ist zu betonen, dass alle Wildbienen, Hummeln, Hornissen und einige Wespen zu den besonders geschützten Tieren zählen. Die Deutsche, Gemeine Wespe und Sächsische Wespe sowie die Feldwespe unterliegen dem allgemeinen Artenschutz nach §39 BNatSchG.

 


Gibt es heuer mehr Wespen?

Ja! 2020 war ein perfektes Wespenjahr: es gab keine Überschwemmungen oder lange Frostphasen im Frühling, weshalb die Wespenköniginnen schon im April statt im Mai aus der Winterstarre erwachten und somit schon früh mit dem Nestbau und dem Aufbau der Völker starteten. Die darauffolgende Zeit im Mai war heiß und trocken und begünstigte das Nahrungsangebot und somit die Entwicklung der Wespenvölker.

 

Warum sind Wespen und Hornissen nützlich?

  • Hornissen: natürliche Jäger von Fliegen und Wespen (Hornissen ernähren sich zum Großteil von Fliegen)
  • Wespen: bestäuben Blüten und tragen damit zu einer reicheren Obsternte bei; sie fressen Blattläuse, Mücken, Fliegen, Motten, Blattläuse (natürliche Schädlingsbekämpfer)



Wie verhalte ich mich am besten, wenn Wespen auftauchen?

  • Wespen stechen nur, wenn sie gedrückt oder gequetscht werden, oder wenn sie ihr Nest gegen Beschädigungen verteidigen
  • Wespenfallen schaffen keine Abhilfe, sie ziehen sie noch mehr an
  • Was hilft sind: Ätherische Öle wie Nelke, Zeder, Zitrone, Nussbaum, Teebaum und Basilikum
  • Einfache Maßnahmen, die ein friedliches Miteinander ermöglichen:
    • Fliegengitter an den Fenstern
    • Wenn sich ein Tier ins Zimmer verirrt hat, zwei Fenster öffnen, dann wird das Tier durch die Zugluft nach draußen geleitet
    • Problematische Stellen (Einschlupflöcher zum Rollkasten) schon früh verstopfen
    • Öffnungen zu unproblematischen Stellen (ungenutzte Dachböden) offen lassen, um Nistmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen
    • Ruhig bleiben, auf keinen Fall um sich schlagen
    • Speisen und Getränke abdecken oder sofort wegräumen
    • Nicht barfuß laufen
    • Fallobst täglich aufsammeln, Mülleimer geschlossen halten
  • Zusatzinfo: ein Mensch mit 70kg müsste von mehr als 10.000 Wespen gestochen werden, um in Lebensgefahr zu kommen, vorausgesetzt man ist nicht allergisch

 

Beseitigung von Wespen- und Hornissennestern

  • Wespen und Hornissen sind sog. Dunkelbrüter, d. h. sie nisten in Hohlräumen, wie Rollladenkästen, Dachböden, Wandverkleidungen, Mäusenestern
  • Wespennester sind einjährig
  • Die ersten Arbeiterinnen schlüpfen erst nach 6-8 Wochen, dadurch merkt der Mensch erst nach ca. 2-3 Monaten, dass in der Nähe ein Nest ist
  • Verhalten: Nesteingang nicht versperren, nächtliche Beleuchtung vermeiden (stört die Orientierung), Sicherheitsabstand von 2-3m einhalten, Erschütterungen vermeiden, Tiere nicht anhauchen (Kohlendioxid ist ein Warnsignal und versetzt Tiere in Stress)
  • Nester sind besonders geschützt und dürfen nicht ohne Weiteres entfernt werden. Falls Sie ein Nest entdecken, rufen Sie bei der Unteren Naturschutzbehörde an (schicken ggf. einen Wespen- und Hornissenberater)
  • Nur bei triftigen Gründen kann die UNB eine Ausnahmegenehmigung zur Umsiedelung erteilen, diese muss vor dem Entfernen beantragt werden! Auf keinen Fall darf das Nest eigenmächtig entfernt oder zerstört werden!
  • Die Beseitigung von Wespennestern wird nicht von der Unteren Naturschutzbehörde bzw. deren Wespen- und Hornissenberatern übernommen! Die Beseitigung ist von einem Fachmann/Fachfirma kostenpflichtig durchzuführen. Eine Übernahme von Beseitigungskosten durch die Untere Naturschutzbehörde findet nicht statt!