Gotik im Landkreis Rottal-Inn

Eine Besonderheit des Landkreises Rottal-Inn sind die zahlreichen großen und kleinen Bauwerke aus der gotischen Epoche. Die kulturhistorisch bedeutsamen Kirchen, Burgen und Schlösser entstanden zum größten Teil im Zeitalter der "Reichen Herzöge" von Niederbayern im 15. und 16. Jahrhundert. Bedeutsame Großbauten wie die Stadtpfarrkirche Eggenfelden (ca. 1400‒1489) gehören dazu, aber auch kleine bis kleinste Landkirchen noch an den entlegensten Orten. 

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Unterdietfurt, Seitenaltar mit Heiligen Achatius, Georg, Christophorus und Johannes Evangelist, um 1500, Foto: Markus T. Huber

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Dr. Ludger Drost
Kulturbeauftragter
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Tourismus-Publikationen

Broschüren, Flyer und Faltkarten finden sie hier zum kostenlosen Download.

Ihr hoher künstlerischer Anspruch erweist sich unter anderem an den prächtig figurierten Netzgewölben aber auch an der hohen Qualität ihrer Ausstattung, vom Flügelaltar bis hin zum Grabstein. Von den einst zahlreichen Edelsitzen, Burgen und Schlössern sind bis heute Anlagen wie die Hofmark in Gern mit dem gotischen Kasten und später veränderte Schlösser wie Arnstorf, Mariakirchen, Thurnstein oder Schönau erhalten. Auf die Spuren längst zerstörter Burgen wie Julbach oder Neudeck stößt man beim aufmerksamen Gang durch die Fluren.

Als Sehenswürdigkeiten für Einheimische und Touristen sind ein Teil dieser Denkmäler seit vielen Jahren durch die "Gotik-Touren" in Broschüren auf Karten und im Tourenportal des Landkreises erschlossen:

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Gern, Hofmark mit Kirche St. Georg und Gotischem Kasten, Foto: Asenkerschbaumer

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Arnstorf, Pfarrkirche St. Georg, Langhausgewölbe, wohl 1477, Foto: Asenkerschbaumer

Was bisher fehlte ist eine umfassende, aktuelle, digitale Erfassung der gotischen Bauwerke und ihrer Ausstattung. Die Möglichkeiten, die diese Schätze für den Tourismus in der Region aber auch für den Bildungssektor und die Identität unseres Landkreises bergen, sind noch lange nicht ausgeschöpft.

Das Projekt „Gotik im Landkreis Rottal-Inn“ hat sich zum Ziel gesetzt, mittelalterliche Kirchen, Burgen und Schlösser für die Bildungsarbeit und den Kulturtourismus zu erschließen. Hierzu werden Inhalte (Texte, Bilder), soweit bereits vorhanden, digital aufbereitet und mit aktuellen wissenschaftlich erarbeiteten Informationen, historischem Bildmaterial sowie neuen digitalen Fotografien und eigens aufbereiten Texten ergänzt. Diese werden in einem Wissensinformationssystem gesammelt und für die Ausgabe in einem Online-Museum und in einer mobilen digitalen Darstellung im Tourenportal und/oder durch die Entwicklung einer eigenen/Nutzung einer lizenzierten Website/App. für die Bildungsarbeit mit Kindern und Erwachsenen sowie für kulturtouristische Angebote aufbereitet.

Projektbausteine
Datenerhebung und -aufbereitung
  • Wissenschaftliche Erarbeitung mittelalterlicher Bauten: Definition des Umfangs und der zu behandelnden Epoche, wissenschaftliche Erarbeitung des kulturhistorischen Kontextes, wissenschaftliche Erschließung der Einzelbauten (Baugeschichte, raumgebundene Ausstattung, kulturhistorischer Kontext), Sammlung und Digitalisierung von historischem Bild- und Planmaterial. Die Datenerhebung erfolgt digital in einem mit den Entwicklern des Wissensinformationssystems (s.u.) abgestimmten Format.
  • Fotografische Erfassung: professionelle, digitale Aufnahmen von mittelalterlichen Burgen, Schlössern und Kirchen einschließlich z.T. von 360°-Panoramen nach Vorgabe der wissenschaftlichen Erfassung: Gesamtaufnahmen innen und außen mit Details und ggf. mittelalterlicher Ausstattungsstücke.
  • Erstellung eines Tourismus- und Bildungskonzeptes zu Burgen, Schlössern und Kirchen in Rottal-Inn: Definition der Zielgruppen, Ermittlung der Bedürfnisse von Kulturtouristen, Einheimischen und Bildungseinrichtungen.
  • Erstellung eines Wissensinformationssystems für mittelalterliche Burgen, Schlösser und Kirchen im Landkreis Rottal-Inn für die Aufnahme der wissenschaftlich erarbeiteten Daten und den Fotografien und zur Ausgabe an das Online-Museum und der mobilen Darstellung.
Erstellung digitaler Bildungs- und Tourismusangebote
  • Übertragung der erarbeiteten Text- und Bilddaten in das erstellte Wissensinformationssystem
  • Transfer der Daten zur mobilen Darstellung.
  • Erstellung eines erweiterbaren Online-Museums (Web-Ausgabe der Daten mit Fotos und Texten) zur Bündelung aller digitaler Angebote auf Grundlage des Wissensinformationssystems.
  • Erstellung einer mobilen Darstellung zur Erschließung der Einzelbauten für Touristen und interessierte Einheimische
  • Ausarbeitung von einschlägigen Themenfeldern (z. B. mittelalterliche Handwerkstechniken, Herrschaftsräume, Wirtschaftsgeschichte, Kunstgeschichte…). Aufgrund des Tourismus- und Bildungskonzeptes werden einzelne Themenfelder zielgruppenspezifisch in mehreren Bereichen des Online-Museums, der Medienstationen und der mobilen Darstellung für Touristen, Einheimische, Schulen, Kinder, Jugendliche etc. aufgearbeitet
  • Aufarbeitung in einfacher Sprache für Menschen mit kognitiven Einschränkungen.
  • Öffentlichkeitsarbeit durch den Landkreis Rottal-Inn: Print, Online, Social-Media.
  • Konzeption von fünf ausleihbaren stationären Medienstationen (Hardware und digitale Inhalte) zur Aufstellung in öffentlichen Räumen in der Nähe der Denkmäler (Ausleihe z. B. an Schulen, Rathäusern nach Projektende))
Projektabschluss und Nachhaltigkeit
  • Implementierung, Testphase, Rollout: Prüfung der Synchronisation des Wissensinformationssystems mit der Ausgabe in das Online-Museum, und der mobilen Darstellung. Testing und Überarbeitung bis zur Freigabe.
  • Konzept zur Pflege der digitalen Infrastruktur einschließlich des Wissensinformationssystems und des Hostings.
  • Konzept zur inhaltlichen nachhaltigen Weiterbetreuung durch die Kreisentwicklung (Tourismus, Kultur, Bildung).
  • Organisation des Leihverkehrs für Medienstationen durch das Landratsamt Rottal-Inn (Kreisentwicklung).
  • Abschluss: öffentliche Präsentation mit Abschlussveranstaltung, Pressekonferenz, Werbung durch die Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises Rottal-Inn.
  • Das Vorhaben wird auch nach Ablauf der Projektlaufzeit fortgesetzt. Bereits im Rahmen des Projekts werden die Zuständigkeiten und die Aufgabenzuteilung geklärt.
  • Die während der Projektlaufzeit geschaffene Infrastruktur bleibt auch in der Folgezeit in vollem Umfang erhalten. Die digitalen Investitionen werden mind. fünf Jahre für die Weiterführung des Projektziels genutzt. Online-Museum mit Bildungsangeboten und touristische Bausteine werden laufend betreut, aktualisiert, weiterentwickelt und vermarktet. Hierfür stehen als Ressourcen die Bereiche Tourismus und Kultur innerhalb der Kreisentwicklung des Landkreises Rottal-Inn und die Projektpartner bereit.
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Triftern, Pfarrkirche, Grabmal der Familie Lenberger, um 1523/1541, Foto: Asenkerschbaumer

Bildergalerie zu Gotik im Landkreis Rottal-Inn

Fotos: Asenkerschbaumer

Pfarrkirche Falkenberg, Presbyteriumsgewölbe, 15. Jahrhundert
Pfarrkirche Falkenberg, Presbyteriumsgewölbe, 15. Jahrhundert
Guteneck, Seitenaltar mit den Heiligen Sebastian und Florian umgeben von einem heiligen Bischof und Wolfgang, um 1510/20
Guteneck, Seitenaltar mit den Heiligen Sebastian und Florian umgeben von einem heiligen Bischof und Wolfgang, um 1510/20
Hölzlberg, ehem. Burgkapelle St. Georg auf dem Plankenberg, im Kern um 1287
Hölzlberg, ehem. Burgkapelle St. Georg auf dem Plankenberg, im Kern um 1287
Heißprechting, Schloss am Hauptportal, Ende 15. Jahrhundert
Heißprechting, Schloss am Hauptportal, Ende 15. Jahrhundert
Horading, Nebenkirche St. Stephan, Anfang 16. Jahrhundert
Horading, Nebenkirche St. Stephan, Anfang 16. Jahrhundert
Schildthurn, Wallfahrtskirche, Turm um 1530 vollendet
Schildthurn, Wallfahrtskirche, Turm um 1530 vollendet

Lenkungsgremium

Das Projekt wird von einem Lenkungsgremium begleitet, in dem neben den Fördergebern, die örtlichen Hochschulen und Schulen, das Digitale Gründerzentrum, der Denkmalpflege und das Bistum Passau mitarbeiten.

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