13.03.2026 / Aus dem Landratsamt, Bürgerinformation

„Den ursprünglichen Gedanken wieder fokussieren“: ERWAGUS wird Null-Euro-Markt

Änderungen bei Konzept, Sortiment und Öffnungszeiten im März 

 

Zum März ergeben sich Änderungen beim sozialen Beschäftigungsprojekt ERWAGUS in Hebertsfelden. Das Projekt, das vom Jobcenter Rottal-Inn, dem Abfallwirtschaftsverband Isar-Inn sowie dem Landkreis Rottal-Inn gefördert wird, wird zum „Null-Euro-Markt“. Dieses neue Konzept sieht vor, dass Waren an den berechtigten Personenkreis in haushaltsüblichen Mengen kostenfrei ausgegeben werden. 

„Mit dieser Änderung erreichen wir die optimale Kombination aus sozialem Beschäftigungsprojekt und Unterstützung von Sozialschwachen“, betont Landrat Michael Fahmüller. Nachdem die Einführung einer Kundenkarte zum 1. Januar 2025 für Furore sorgte, hatte er die Idee, ERWAGUS in einen Null-Euro-Markt zu verwandeln, um „den ursprünglichen Gedanken des Projekts wieder zu fokussieren.“

 

Damals wurde für den Einkauf bei ERWAGUS eine Kundenkarte erforderlich, eine Berechtigung, um überhaupt dort einkaufen zu dürfen. „Diese Karte wurde entgegen vieler Stimmen nicht eingeführt, um jemanden auszugrenzen, sondern lediglich um den Fördervoraussetzungen gerecht zu werden und um eine Streichung der Fördergelder zu verhindern“, so Fahmüller. „Ohne diese Fördermittel könnte der Landkreis das Projekt nicht betreiben, deshalb ist die Einhaltung der förderrechtlichen Vorgaben existenziell für das Projekt.“ Man dürfe nicht vergessen, so der Landrat weiter, dass der Kerngedanke von ERWAGUS nicht der Betrieb eines Gebrauchtmöbelmarktes sei, sondern die Tatsache, dass Personen des zweiten Arbeitsmarktes einer geregelten Beschäftigung nachgehen und gefördert werden. 

„Nachdem die Thematik des Öfteren in den Kreisgremien diskutiert wurde, kam mir die Idee, ERWAGUS dem Prinzip der Tafeln anzugleichen, um den Gedanken eines sozialen Beschäftigungsprojekts wieder zu betonen“, berichtet Fahmüller. „Der Vorschlag fand eine deutliche Mehrheit bei den Parteien, sodass sich die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sozialamt sogleich an das neue Konzept machten.“ 

 

Dieses neue Konzept sieht eben vor, dass die Kunden von ERWAGUS nichts mehr für die Gebrauchtwaren bezahlen müssen. „Wichtig zu betonen ist uns dabei, dass bei all den Änderungen die aktuellen Kundenkarten entsprechend deren Befristung nach wie vor gültig sind“, so Renate Riglsperger, Sachgebietsleitung Soziale Angelegenheiten am Landratsamt Rottal-Inn. Nachdem die Waren nun kostenlos an Berechtigte abgegeben werden, erwartet man sich auch einen anderen Umlauf der Waren, wie sie sagt: „Der Effekt, gebrauchte Waren wieder in den Kreislauf zurückzuführen und der Umweltgedanke werden sich durch die Umstellung verstärken.“ 

Änderungen haben sich auch mit Blick auf das Sortiment ergeben. Dieses ist nun umfangreicher und umfasst neben Gebrauchtmöbel und Haushaltswaren auch Kleidung, Bücher und Spielwaren. Elektrogeräte sind nicht erhältlich. Und auch die Öffnungszeiten haben sich zum März geändert: ERWAGUS ist nun jeweils Dienstag und Donnerstag von 8:00 bis 12:00 Uhr sowie von 13:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. 

Auch für die Mitarbeiter bzw. Teilnehmer des sozialen Beschäftigungsprojekt ergeben sich dadurch neue Herausforderungen im Arbeitsalltag. „Uns ist bewusst, dass dies ein neuer Schritt ist. Wir werden sehen, wie das ‚Tafel-ähnliche‘ Konzept anläuft. Klar ist, dass die Entwicklung gut begleitet wird und wir mit der Leitung des Projekts ERWAGUS für mögliche Anpassungen im Detail im engen Austausch stehen“, so Abteilungsleiter Maximilian Miller. „Mein Dank gilt allen an der Umstrukturierung Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit bei der Umsetzung“, so der Landrat. 

Die ersten Tage sind bereits gut angelaufen. Fahmüller ist daher überzeugt, dass das neue Konzept eine zukunftsfähige Lösung ist: „ERWAGUS ist in doppelter Hinsicht eine gute Sache, denn es unterstützt Arbeitssuchende im Landkreis und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum nachhaltigeren Umgang mit Gebrauchtwaren. Mit der Umstellung auf einen Null-Euro-Markt helfen wir wirklich exakt denjenigen, die diese Unterstützung brauchen“, betont er die Relevanz des Projekts bzw. der Neuerungen.

Informationen zu ERWAGUS sind jederzeit unter www.rottal-inn.de/erwagus zu finden. 

 

 

Bild: ERWAGUS wird Null-Euro-Markt: Landrat Michael Fahmüller (mittig), Abteilungsleiter Maximilian Miller (r.) und Renate Riglsperger, Sachgebietsleitung Soziale Angelegenheiten sind vom neuen Konzept überzeugt.