Gesundheitskonferenz der Gesundheitsregionplus Rottal-Inn bringt rund 50 Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitsbereich zusammen
Die Gesundheitskonferenz 2026 setzte ein Zeichen für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Region: Erstmals vereinte die Veranstaltung, die von der Gesundheitsregionplus Rottal-Inn unter der Leitung von Anna Huber organisiert wurde, das etablierte Gesundheitsforum der Gesundheitsregionplus Rottal-Inn mit der neu geschaffenen Präventionskonferenz. Vertreterinnen und Vertreter aus dem Gesundheitswesen, Pflege, Prävention, Politik, Bildung und sozialen Einrichtungen waren geladen und kamen zahlreich in der Stadthalle Pfarrkirchen zusammen, um gemeinsam neue Wege für eine vernetzte und zukunftsorientierte Gesundheitslandschaft zu diskutieren.
Die Veranstaltung eröffnete Landrat Martin Koppmann. Er begrüßte die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und ging auf die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitsbereich ein: „Ärztemangel, Pflegenotstand, Krankenhausreform, Leistungskürzungen, halbgares Reform-Zick-Zack aus Berlin: der Druck auf das System ist enorm. Nichtsdestotrotz müssen wir uns der Thematik stellen, denn die Gesundheitsversorgung betrifft uns alle. Wahrscheinlich wird es die zentrale Aufgabe meiner Amtszeit werden, unsere Region hier vernünftig aufzustellen“, erklärte er. Sein Dank gelte deshalb allen Akteuren aus dem Gesundheits- und Pflegebereich, die heute miteinander reden und gemeinsame Lösungen suchen. „Vielen Dank auch an die Gesundheitsregionplus um Geschäftsstellenleiterin Anna Huber, die hier koordiniert, vernetzt und zentrale Anlaufstelle für Gesundheitsfragen im Landkreis ist. Das ist eine sehr wertvolle Institution, um die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen“, so Koppmann.
Im Anschluss an die Worte des Landrates ergriff Geschäftsstellenleiterin Anna Huber das Wort. Sie betonte, dass die diesjährige Gesundheitskonferenz im Landkreis Rottal-Inn mit dem Gesundheitsforum sowie der erstmalig durchgeführten Präventionskonferenz wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung der regionalen Gesundheitsversorgung setze. Ziel der Veranstaltung sei es, bestehende Netzwerke weiter auszubauen, neue Kooperationen anzustoßen und gemeinsam tragfähige Lösungsansätze für die gesundheitlichen Herausforderungen der kommenden Jahre zu entwickeln. Die Konferenz könne damit als bedeutender Auftakt für neue Entwicklungen und strukturelle Veränderungen in der Region verstanden werden.
Im Rahmen des Gesundheitsforums standen dann auch insbesondere aktuelle Projekte der regionalen Gesundheitsversorgung im Mittelpunkt. Zukunftsweisende außerklinische Versorgungskonzepte präsentierte etwa Anna Pahl von der Technischen Hochschule Deggendorf. Ihr Vortrag spannte den Bogen von klassischen Pflegestützpunkten bis hin zum innovativen Modell der Community Health Nurse und zeigte auf, welche Bedeutung niedrigschwellige und wohnortnahe Versorgungsstrukturen künftig einnehmen werden.
Ergänzend hierzu gab Herr Professor Spittler vom European Campus Rottal-Inn Einblicke in aktuelle Gesundheitsprojekte aus der angewandten Forschung, darunter das Projekt „Med4PAN“, und skizzierte Perspektiven einer vertieften Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Landkreis. Frau Elisabeth Schoske von den Rottal-Inn Kliniken thematisierte die Herausforderungen und neuen Perspektiven in der Pflegeausbildung und machte deutlich, wie essenziell moderne Ausbildungsstrukturen für die langfristige Sicherung der Gesundheitsversorgung sind.
Mit der erstmalig veranstalteten Präventionskonferenz wurde zudem ein neuer fachlicher Schwerpunkt gesetzt. Im Fokus standen Strategien zur Gesundheitsförderung und Prävention sowie die Frage, wie gesundheitliche Chancengleichheit im Landkreis nachhaltig gestärkt werden kann. Frau Jenifer Arndt von den Sozialen Diensten am Gesundheitsamt stellte hierzu den neuen Masterplan Prävention des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention vor, der auf eine Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität in den Regionen abzielt.
Die Bedeutung regionaler Präventionsarbeit und die damit verbundenen Chancen für den Landkreis erläuterte Herr Richard Kirmaier, Direktor der AOK Passau-Rottal-Inn. Ein praxisnahes Beispiel für innovative Präventionsarbeit präsentierten Frau Maria-Theresia Linner, Pflegedirektorin der Rottal-Inn Kliniken, gemeinsam mit Frau Ursula Müller von der Fachstelle für Senioren und Bürgerschaftliches Engagement. Vorgestellt wurde ein Pilotprojekt zur Prävention kognitiver Verschlechterungen bei Demenz im Klinikalltag. Ergänzend dazu verdeutlichte Herr Dr. Leopold Durner, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Rottal-Inn, die wichtige Rolle des Ärztlichen Kreisverbandes als verbindendes Netzwerk innerhalb des regionalen Gesundheitswesens.
Die Fachvorträge und Diskussionsbeiträge machten deutlich, dass die gesundheitlichen Herausforderungen der Zukunft nur durch eine enge interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit nachhaltig bewältigt werden können. Besonders positiv bewertet wurde dabei der offene fachliche Austausch zwischen Gesundheitswesen, Wissenschaft, Pflege, Verwaltung und Sozialbereich. Bereits während der Konferenz entstanden erste Ideen für neue gemeinsame Projekte und Kooperationen.
Als wesentliches Ergebnis der Veranstaltung wurde deutlich, dass sich das gewählte Format hervorragend zur Vernetzung regionaler Akteure sowie zur Identifikation gemeinsamer Entwicklungspotenziale eignet. Gleichzeitig zeigte die erstmalige Durchführung auch Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der Konferenz auf. Für das Jahr 2027 ist daher geplant, den Teilnehmerkreis nochmals zu erweitern, stärker auf Schwerpunktthemen aus dem Landkreis einzugehen und den Praxisbezug einzelner Formate weiter auszubauen. Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden bestätigen, dass mit der Gesundheitskonferenz ein zukunftsweisendes Veranstaltungsformat geschaffen wurde, das auch in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsregion Rottal-Inn leisten kann.
Die Geschäftsstellenleitung machte abschließend deutlich, dass die Gesundheitsregionplus ganzjährig für den fachlichen Austausch, neue Projektideen, Hinweise auf regionale Handlungsbedarfe sowie über Anregungen und Impulse zur Gestaltung und Entwicklung der Gesundheitsversorgung im Landkreis zur Verfügung steht und dafür auch die volle Rückendeckung des Landrats erhalten werde.