11.09.2026 - Energie aus eigener Kraft: Landrat besucht Rottaler Elektrizitätswerk Mühlham

Über die Energiegewinnung durch Wasser und deren Herausforderungen hat sich Landrat Martin Koppmann bei einem Besuch des Rottaler Elektrizitätswerks Mühlham informiert. Bereits seit 150 Jahren wird dort Strom erzeugt. Im Gespräch mit Eigentümer Franz Plinganser ging es unter anderem darum, wie sich die derzeit schwankenden Wasserstände auf den Betrieb der aktuell rund 70 kleineren Wasserkraftanlagen im Landkreis Rottal-Inn auswirken.

Bei einem Rundgang erläuterte Firmeninhaber Franz Plinganser die Funktionsweise der Anlage und gab Einblicke in deren Betrieb. Das Wasserkraftwerk nutzt die Kraft des fließenden Wassers, um Strom zu erzeugen. Im Gespräch ging es insbesondere um die Bedeutung der Wasserkraft für eine dezentrale und möglichst unabhängige Energieversorgung, denn anders als Photovoltaik- oder Windkraftanlagen kann Wasserkraft – abhängig von Wasserführung und Standort – vergleichsweise kontinuierlich Energie liefern.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Betrieb und die Weiterentwicklung von Wasserkraftanlagen mit zahlreichen Anforderungen und täglichem Arbeitsaufwand verbunden sind. Fragen des Gewässer- und Naturschutzes spielen dabei ebenso eine Rolle wie wasserrechtliche Vorgaben und Genehmigungsverfahren. Plinganser schilderte dem Landrat, welche Herausforderungen sich daraus für Betreiber ergeben.

Eine besondere Rolle spielen am Standort des Rottaler Elektrizitätswerks Mühlham zudem die Wasserstände. Aufgrund der Lage des Betriebs können Hochwasserereignisse auch dann auftreten, wenn es andernorts vergleichsweise ruhig ist. Umgekehrt stellt auch Niedrigwasser die Betreiber vor Probleme. Die Stromproduktion hängt davon ab, wie viel Wasser durch die Turbinen fließt. Bei niedrigen Wasserständen kann die Leistung deutlich zurückgehen oder die Stromerzeugung zeitweise ganz zum Erliegen kommen. Gleichzeitig muss stets ein bestimmter Mindestwasserabfluss im Gewässer verbleiben. Niedrigwasser sei daher auch eine wirtschaftliche Herausforderung für kleinere Wasserkraftwerke, verdeutlichte Plinganser und verwies auf die negativen Auswirkungen langer Hitzeperioden, wie sie heuer mehrmals aufgetreten seien, auf die Energiegewinnung.

„Die Energiewende findet nicht nur bei großen Projekten statt, sondern auch direkt bei uns vor Ort“, betonte Landrat Martin Koppmann. „Gerade bestehende Anlagen zeigen, welches Potenzial in regional erzeugter und erneuerbarer Energie steckt. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass sinnvolle Investitionen und Weiterentwicklungen dieser Kraftwerke nicht durch unnötig komplizierte Verfahren ausgebremst werden.“ Dafür wolle er sich persönlich einsetzen.

 

Beim Austausch im Rottaler Elektrizitätswerk Mühlham: (von links) Benedikt Plinganser, Dr. Astrid Kufer, Markus Brunnhuber (WWA), Bürgermeisterin Dagmar Feicht, Martin Siebenmorgen (Wirtschaftsförderung), Landrat Martin Koppmann, Elke  und Franz Plinganser, Fritz Schweiger (Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern), Wolfgang Hartl, Georg Plinganser sowie Dr. Josef Rampl (Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern) und Philipp Weber (WWA).