02.03.2026 - Heimisches Saatgut für mehr Artenvielfalt

Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Rottal-Inn startet Ackerwildkrautprojekt

 

Die Untere Naturschutzbehörde Rottal-Inn stellt im Rahmen eines neuen Ackerwildkrautprojekts regional gewonnenes Saatgut gefährdeter Arten zur Verfügung. Ziel ist es, die biologische Vielfalt in der Kulturlandschaft zu stärken und Landwirtinnen und Landwirten eine einfache, freiwillige Möglichkeit zu bieten, bedrohte Pflanzenarten aktiv zu fördern.

Konkret handelt es sich um die in Bayern gefährdeten Arten Ackerhahnenfuß (Ranunculus arvensis) und Gefurchter Feldsalat (Valerianella rimosa). Das Saatgut wurde auf extensiv bewirtschafteten Flächen im südlichen Landkreis Rottal-Inn gewonnen und erfolgreich vermehrt. Die Saatgutmischungen können ergänzend zur jeweiligen Feldfrucht ausgebracht werden und dienen als gezielte Artenhilfsmaßnahme. Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig und unabhängig davon möglich, ob Betriebe ökologisch oder konventionell wirtschaften. Zudem ist die Ansaat nicht förderschädlich, etwa im Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) oder im Kulturlandschaftsprogramm (KULAP). Rechtliche Nutzungseinschränkungen ergeben sich daraus nicht. „Mit diesem Projekt wollen wir unsere Landwirtinnen und Landwirte in Rottal-Inn dabei unterstützen, Naturschutz praxisnah in den Betriebsalltag zu integrieren. Gleichzeitig leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in unserem Landkreis“, betont Landrat Michael Fahmüller.

„Ackerwildkräuter waren über Jahrhunderte hinweg typische Begleiter der landwirtschaftlichen Nutzung, sind jedoch in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die meisten dieser Arten sind konkurrenzschwach und beeinträchtigen die Feldfrucht nicht wesentlich“, weiß Florian Marchner der in der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt für das Projekt verantwortlich ist.

„Das Vorkommen von Ackerwildkräutern kann unter anderem gefördert werden durch den Verzicht von Herbiziden, eine geringe Stickstoffdüngung, idealerweise mit Festmist, wendende Bodenbearbeitung, regelmäßigen Nachbau von eigenem Saatgut, weiteren Reihenabstand oder geringere Aussaatstärke, vorrangigen Anbau von Wintergetreide oder durch den Anbau alter oder alternativer Kulturarten und -sorten“, ergänzt Marchner weiter.

Mit dem Projekt soll ein langfristiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt geleistet und zugleich eine praktikable Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe angeboten werden. Bei Interesse an einer Teilnahme oder bei Rückfragen steht die Untere Naturschutzbehörde Rottal-Inn unter Tel.: 08561 20-341 oder unter fachlicher.naturschutz@rottal-inn.de zur Verfügung. Das Saatgut kann jederzeit bereitgestellt werden.

 

 

 

Bild: Florian Marchner von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt und Landrat Michael Fahmüller freuen sich auf viel Interesse aus der Landwirtschaft.