13.05.2026 - Junge Ideen, echter Gründergeist

Schülerinnen und Schüler entwickeln beim Wettbewerb „Fit for Startup“ eigene Geschäftsideen und präsentieren sie vor einer Jury aus Wirtschaft und Gründungsnetzwerk

 

In Bayern wurden 2025 laut einer aktuellen Analyse des Startup-Verbands 785 neue StartUps gegründet, so viele wie noch nie zuvor. Damit liegt der Freistaat sowohl bei der Gesamtzahl als auch beim Wachstum bundesweit auf Platz eins, noch vor Nordrhein-Westfalen und Berlin. Doch hinter jeder Gründung steckt weit mehr als nur ein Eintrag im Handelsregister: Mut, Ausdauer, Neugier und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Genau darum ging es beim Pitch-Wettbewerb „Fit for Startup“, den das Unternehmergymnasium Bayern gemeinsam mit dem GreG Rottal-Inn Digitales Gründerzentrum veranstaltete.

Über ein ganzes Schuljahr hinweg entwickelten Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse ihre eigenen Geschäftsideen. Von Marktanalyse über Finanzplanung bis hin zu Branding und Marketing arbeiteten die Teams Schritt für Schritt an ihren Konzepten. Markus Reiter, Projektleiter des Unternehmergymnasium Bayern, erklärte, warum das Thema Unternehmertum inzwischen bayernweit fester Teil des Unterrichts ist: „Wir wollen jungen Menschen zeigen, dass Gründen eine echte Möglichkeit sein kann. Dabei geht es nicht nur um Unternehmen, sondern auch um Eigenverantwortung, Kreativität und den Mut, Dinge selbst anzupacken.“

Im Finale präsentierten die vier besten Teams ihre Ideen im GreG Rottal-Inn vor einer Jury aus Wirtschaft und Gründungsnetzwerk. Doch bevor es auf die Bühne ging, wartete auf die Jugendlichen zunächst ein intensiver Vorbereitungstag.

Zum Auftakt sprach Maximilian Leonhart vom StartUp reBricker über seine eigene Gründungserfahrung. Besonders spannend für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Wie sich Geschäftsideen im echten Leben verändern müssen, warum man selten direkt mit der perfekten Lösung startet und weshalb Anpassung oft wichtiger ist als der ursprüngliche Plan. Anschließend zeigte Harald Wagner von BayStartUP, worauf es bei einem überzeugenden Pitch ankommt und welche Fragen Investorinnen und Investoren tatsächlich interessieren. Danach arbeiteten die Teams im gesamten Gründerzentrum verteilt weiter an ihren Präsentationen.

Das GreG Rottal-Inn bot dafür genau die Umgebung, die sonst auch Gründerinnen und Gründer aus der Region nutzen: Coworking-Bereiche, Kreativräume, Besprechungsflächen und Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten. Unterstützt wird das GreG Rottal-Inn dabei vom Bayerischen Wirtschaftsministerium im Rahmen von Gründerland Bayern sowie durch den Landkreis Rottal-Inn.

Und die Ideen der Jugendlichen zeigten eindrucksvoll, wie breit Unternehmergeist heute gedacht wird: „AgriX Solutions“ konzipierte eine autonom fahrende Drohne zur Bodenanalyse in der Landwirtschaft, „Serea“ präsentierte ein Schmuckstück mit integrierter Notruffunktion, „Rebloom“ kombinierte Nachhaltigkeit und Design mit biologisch abbaubaren Handyhüllen und „Greenbite“ widmete sich dem Thema Lebensmittelverschwendung.

Für Martin Siebenmorgen, Geschäftsführer des GreG Rottal-Inn, liegt genau darin die Stärke des Formats: „Hier geht es nicht darum, fertige Unternehmerinnen und Unternehmer hervorzubringen. Es geht darum, jungen Menschen zu zeigen, dass Ideen wertvoll sind und dass man lernen kann, sie Schritt für Schritt umzusetzen.“

Am Nachmittag wurde es dann ernst: Die Jury mit Daniela Baumann (Business Coach und Mentorin), Josef Schustereder (AktivSenioren Bayern e.V.), Susanne Wasmeier (Sparkasse Rottal-Inn) und Christian Schläger (Hans Lindner Stiftung) bewertete die finalen Präsentationen der Teams. Jede Gruppe hatte fünf Minuten Zeit, ihre Idee vorzustellen und Fragen zu beantworten. Bewertet wurden unter anderem Kreativität, Marktpotenzial, Präsentation und Umsetzbarkeit.

Am Ende überzeugte „Greenbite“ die Jury besonders und ergatterte damit den ersten Platz des Pitch-Wettbewerbs. Die Gruppe entwickelte eine App, die anhand vorhandener Lebensmittel im Kühlschrank Rezeptvorschläge erstellt und dadurch Lebensmittelverschwendung reduzieren soll. Besonders überzeugend hob die Jury den Nachhaltigkeitsaspekt und die große Zielgruppe der Idee heraus, die darüber hinaus von Annika Altmann, Grace Ntambwe, Emma Riglsperger und Carolin Stelzeneder der 10a des Gymnasium Pfarrkirchen professionell und leicht verständlich präsentiert wurde.

Viel wichtiger als die Platzierung sei am Ende aber etwas anderes gewesen, findet Martin Spengler, Netzwerkmanager am GreG Rottal-Inn und Mitorganisator des Tages: „Man merkt an solchen Tagen, wie viel Potenzial eigentlich da ist. Viele Jugendliche haben Ideen, Motivation und Lust, Dinge zu bewegen. Oft fehlt ihnen nur ein Umfeld, das sie ernst nimmt und ihnen zutraut, Verantwortung zu übernehmen."