Im Landkreis formiert sich ein Netzwerk für klassische Musik
Im Landkreis Rottal-Inn gibt es zwar keine Philharmonie – ein ansehnliches Angebot für die Liebhaber klassischer Musik gibt es gleichwohl. Es reicht von professionell geleiteten Chören bis zum Musiktheater, von der Kirchenmusik bis zu Musikstätten mit experimentell-zeitgenössischen Formaten. Leider finden jene, die klassische Musik anbieten und die, die sie gerne hören wollen, nicht immer zueinander. Dieser Ansicht sind zumindest Akteurinnen und Akteure aus der Szene: der Kirchenmusiker Johannes Buxbaum, die Blockflötistin und Vorständin des Vereins für Kunst und Kultur in Niederbayern Maria Dorner-Hofmann mit ihrer Schriftführerin Susanne Erber, die Kreischorleiterin Petra Enghofer und die Intendantin des Theaters an der Rott, Dr. Elke Maria Schwab-Lohr mit der Pianistin und Korrepetitorin Afrodite Stein-Stylianidou. Auf Einladung des Kulturbeauftragten des Landkreises, Dr. Ludger Drost, kamen sie kürzlich in der Kreisentwicklung zu einem Austausch zusammen.
Petra Enghofer aus Simbach am Inn mahnt eine engere Zusammenarbeit der Musiker schon seit vielen Jahren auf unterschiedlichen Ebenen immer wieder an und setzt sich selbst aktiv dafür ein. Maria Dorner-Hofmann greift dieses Engagement auf. Als Musikerin und seit vielen Jahren an den Heiligenberger Abendserenaden beteiligt, möchte sie ein vermehrtes Miteinander unter den Kollegen anstoßen: mehr gegenseitige Information und Terminabsprachen, gemeinsame Werbung für Konzerte und ein Veranstaltungskalender wären erste Ziele und in fernerer Zeit vielleicht auch eine Art Kultur-Mitfahrzentrale, die es den Landbewohnern im Flächenlandkreis ermöglicht an Kulturveranstaltungen teilzunehmen.
Die Überlegungen zu einem Kultur-Veranstaltungskalender standen im Mittelpunkt. Anita Stadler von der Hans-Lindner-Stiftung stellte hier die Möglichkeiten des Veranstaltungskalenders von „Dahoam in Niederbayern“ vor. Vereine und nicht-kommerzielle Veranstalter können dort ihre Termine kostenlos einstellen. Der Kalender steht auch mit jenem des Landkreises Rottal-Inn in Verbindung, in den jedermann Kulturveranstaltungen ankündigen kann. In diesem Rahmen gibt es verschiedene Möglichkeiten einen Kulturkalender für Rottal-Inn zu etablieren.
Die LEADER-Managerin des Landkreises, Inge Hitzenberger, erläuterte wie das EU-Programm Vorhaben zur besseren Vernetzung der klassischen Musik im Landkreis fördern kann. Diese Möglichkeiten möchte man auf jeden Fall im Blick behalten. Die Beteiligten wollten aber auch von Anfang an Nägel mit Köpfen machen. Spontan und unkompliziert wird eine Messengergruppe die Vernetzung fortführen. Ein gemeinsamer Ressourcenkalender wird es möglich machen, schon jetzt, Termine miteinander besser abzusprechen und Doppelung ähnlicher Angebote zu vermeiden.
Der Kreis der Interessierten soll in Zukunft wachsen. Andere Aktive aus dem Bereich der professionellen klassischen Musik möchte man einbeziehen. Hierzu soll ein größeres Vernetzungstreffen stattfinden. So wie schon beim ersten Treffen in kleiner Runde, wird es vor allem darum gehen, sich persönlich kennenzulernen. Denn der direkte Austausch war schon bei der ersten Begegnung einer der wichtigsten Ergebnisse. Gemeinsam will man dann mit Unterstützung des Landkreises das Weitere in Angriff nehmen, sei es der Kulturkalender oder die Etablierung eines professionelleren internen Austauschportal. Ein Anfang ist gemacht und die Hoffnung groß, dass sie nun doch einmal besser zusammenfinden, die Musiker die Zuhörer und die (klassische) Musik.
Bild: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Vernetzungstreffen für klassische Musik im Landkreis Rottal-Inn (von links nach rechts): Dr. Ludger Drost, Anita Stadler, Afrodite Stein-Stylianidou, Maria Dorner-Hofmann, Petra Enghofer, Dr. Elke Schwab-Lohr und Johannes Buxbaum.