08.05.2026 - Krieg und Krisen: Werke des Malers Max Kaminski im Museum Zollhaus in Simbach am Inn

Nächste Ausstellung im Rahmen des Projekts verbINNdungen ab 6. Juni

 

INN Krisen – Was klingt wie ein Kommentar zum aktuellen Weltgeschehen, ist der Titel einer bemerkenswerten Ausstellung im Rahmen des grenzüberschreitenden Kunst- und Kulturprojekts verbINNdungen. Das Museum Zollhaus in Simbach am Inn zeigt Kriegsbilder von Max Gerd Kaminski. Die Ausstellung wird am 6. Juni 2026 geöffnet. 

Der Maler, 1938 in Königsberg/Ostpreußen geboren und 2019 in Augsburg gestorben, gehörte zu jener Generation, die den letzten großen Krieg in Europa noch leidvoll selbst erlebt hatte. Ähnlich dem sechs Jahre älteren, kürzlich verstorbenen Filmemacher Alexander Kluge, hat er die Zerstörung seiner Heimat als Kind traumatisch erlebt und sich lebenslang damit auseinandergesetzt ‒ auch als er längst Professor an der Karlsruher Akademie und geschätztes Mitglied im Deutschen Künstlerbund war. Jetzt hat Walter Schopp, der Leiter des Museums Zollhaus, eine Reihe von Werken, die der Künstler in den 1980er und 90er Jahre gemalt hatte, für eine Ausstellung gewinnen können. Zu sehen sind „brennende Städte, zersprengte Leiber, Arme, Beine, Hände, Köpfe. Blinde Zerstörung, sichtbar gemacht in expressiver Maltechnik“, wie es der Museumsleiter im Begleittext formuliert.

Der Bezug zur lokalen Geschichte liegt auf der Hand: Bauernkriege, Türkenkriege, Dreißigjähriger Krieg, Erbfolgekriege und noch einige Konflikte mehr entluden sich an diesem Fluss vor den Toren der Stadt Braunau. In der Ausstellung wird der Österreichischen Erbfolgekrieg 1743 besonders hervorgehoben, in dessen Verlauf das damals noch relativ kleine Simbach vor den Toren der mächtig befestigten Stadt Braunau komplett zerstört wurde: „So etwas passiert eben im Krieg“, bilanziert die Gesamtkuratorin der verbINNdungen Dr. Andrea Schilz lapidar. Max Kaminskis Bilder illustrieren diese traurige Zeitlosigkeit von Krise, Krieg und Zerstörung.

Die Verbundausstellung ist eine Kooperation der Landkreise Altötting und Rottal-Inn mit der ILE an Rott und Inn und den LEADER Regionen Mitten im Innviertel und Oberinnviertel/Mattigtal. Insgesamt sind in den Jahren 2025/2026 20 Ausstellungen an 15 Orten teils einander folgend, teils parallel stattfindend zu sehen. Zurzeit kann man weitere Ausstellungen der Reihe noch in Obernberg, Mattighofen und in Kößlarn besuchen.

 

INN Krisen 
Museum Zollhaus, Innstraße 46‒48, D-84359 Simbach am Inn 
6. Juni bis 27. September 2026 (keine Vernissage)
Geöffnet Samstag und Sonntag 14‒18 Uhr
Eintritt frei

Weitere Informationen zum Projekt sowie zu den Ausstellungen jederzeit unter www.verbinndungen.eu. 

 

 

 

Bild: Max Kaminski: Sauna el Mexico, 2000, Öl auf Leinwand, 130 x 190 cm (Rechte an Foto und Werk: Simon Kaminski)