Einen der größten Arbeitgeber im Landkreis Rottal-Inn hat Landrat Martin Koppmann kürzlich besucht: die stela Laxhuber GmbH in Massing. Die beiden Geschäftsführer Thomas Laxhuber und Rainer Hettwer gaben einen Einblick in das Unternehmen, bei dem rund 270 Mitarbeiter beschäftigt sind.
Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück: 1922 als kleine Werkstatt gegründet, entwickelte sich stela über die Jahrzehnte zu einem weltweiten Spezialisten für Trocknungstechnik, unter anderem in den Einsatzbereichen Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie sowie der Holz- und Papierindustrie. Heute wird das Unternehmen in dritter Generation geführt. 2016 erfolgte der Umzug in die neu gebauten, rund 67.000 Quadratmeter großen Räumlichkeiten an der B388 in Morolding. Vor drei Jahren gründete das Unternehmen zudem eine eigene Gesellschaft in den USA.
Thomas Laxhuber nannte beim Besuch einige Beispiele, in welchen Bereichen die Massinger Firma tätig ist. So habe man unter anderem einen Mülltrockner für die Stadt Sao Paolo geliefert. Für einen brasilianischen Kraftwerksbetreiber entwickelte stela zudem den bis dahin größten Bandtrockner der Firmengeschichte: Die 8,4 Meter breite Anlage kann rund 100 Tonnen nasse Hackschnitzel pro Stunde trocknen. Jede Maschine werde individuell nach den Bedürfnissen des Käufers angefertigt, sagte Laxhuber. So habe es auch schon den Fall gegeben, dass eine Trocknungsanlage zum Trocknen von mehreren Tonnen Petersilie gebaut wurde.
Schwierigkeiten bereite der Firma die Zollpolitik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, weil so die Planung erschwert werde. Teilweise würden Teillieferungen derselben Bestellung mit unterschiedlichen Zollsätzen angekommen. Der russische Markt bestehe seit dem russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht mehr, berichtete Rainer Hettwer. Das Geschäft in der Ukraine sei wegen der fortwährenden Angriffe des Nachbarlandes schwierig, so Hettwer weiter.
Im anschließenden Gespräch wandten sich Hettwer und Laxhuber mit einem konkreten Anliegen an Landrat Martin Koppmann. Aus ihrer Sicht dauerten Planungs- und Genehmigungsverfahren für Anlagen im Agrarsektor häufig zu lange. Wichtig sei vor allem, frühzeitig Klarheit über erforderliche Unterlagen, Zuständigkeiten und den weiteren Ablauf zu erhalten. Koppmann kündigte an, das Thema im Landratsamt aufzugreifen und gemeinsam mit den zuständigen Fachstellen nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. „Wir im Amt müssen versuchen, Genehmigungen zu beschleunigen, wo es uns möglich ist“, betonte der Landrat. Beeindruckt zeigte er sich von der stela Laxhuber GmbH: „Hut ab, was ihr hier leistet.“ Gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen im Landkreis seien ihm ein wichtiges Anliegen.
Nach dem Rundgang durch die stela Laxhuber GmbH: (von links) Bürgermeister Christian Thiel, die Geschäftsführer Rainer Hettwer und Thomas Laxhuber, Landrat Martin Koppmann mit Ehefrau Petra sowie Martin Siebenmorgen von der Wirtschaftsförderung.