23.08.2021 - Rottal-Inn: ÖPNV-Studie zur möglichen Verbundgründung

Mobilitätswende, Verkehrsverbünde und ein gutes ÖPNV-Angebot auch auf dem Land, das sind Schlagworte, die fast täglich gefordert werden. Um die ÖPNV-Situation langfristig und nachhaltig zu verbessern, ist die Landkreis-ÖPNV-Entwicklung sehr eng mit der Bestrebung der Staatsregierung zur Gründung eines Verkehrsverbundes gekoppelt.

Die Initiative der Staatsregierung zur Gründung von Verkehrsverbünden ist ein wichtiger Meilenstein für den ländlichen Raum. In einem ersten Schritt wird eine Grundlagenstudie, die dankenswerter Weise großzügig gefördert wird, für eine solide Planungsbasis sorgen. Dabei werden die Verkehrsbeziehungen untereinander und das komplette Bus- und Bahnangebot analysiert. Landrat Michael Fahmüller bekräftigt, dass man über die Pandemie hinausdenken müsse. Es werde auch wieder ein danach, eine neue Normalität geben. Der Landkreis sei darum gefordert, die richtigen Weichen zu stellen. 

Die Federführung zur Vergabe der Grundlagenstudie für die potenziellen Verkehrsverbund-Partner, nämlich die Landkreise Deggendorf, Dingolfing-Landau, Freyung-Grafenau, Passau, Regen, Rottal-Inn und die Stadt Passau, liegt beim Landkreis Freyung-Grafenau. In einem intensiven Abstimmungsprozess wurde nun zusammen mit dem Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) und einer Fachanwaltskanzlei das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung der Grundlagenstudie erarbeitet.

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer: „Verkehrsverbünde erleichtern die Nutzung des ÖPNV und bringen für die Fahrgäste viele Vorteile mit sich. Deshalb unterstützen wir die Region bei der Gründung eines vollwertigen, leistungsfähigen Verkehrs- und Tarifverbunds. Dabei ist vor allem die Integration des Schienenverkehrs wichtig, denn in der Kombination aus Bus und Bahn kann ein Verbund für die Fahrgäste den größten Nutzen entfalten.“

Deswegensoll ein unabhängiges Planungsbüro beauftragt werden, das die vielschichtigen Fragestellungen einer Verbundgründung erarbeitet. Insbesondere soll durch die Grundlagenstudie ermittelt werden, ob eine Verbundgründung für Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen verkehrlich und wirtschaftlich sinnvoll ist, beziehungsweise wie die tarifliche Ausrichtung, die Einnahmeaufteilung und die Organisationsform strukturiert werden können.

„In Verkehrsverbünden profitieren die Fahrgäste von abgestimmten Abfahrtszeiten, einheitlichen Tarifen und einheitlichen Fahrgastinformationen. Gerade im ländlichen Raum macht es das den Menschen um ein Vielfaches einfacher, auch ohne Auto mobil sein zu können. “, ist Landrat Michael Fahmüller überzeugt. Die Vergabe an ein unabhängiges Gutachterbüro wird nach Prüfung der eingehenden Angebote Ende des Jahres erfolgen.

 

 

 

 

Bild: In enger Abstimmung mit dem StMB und der Anwaltskanzlei BBG arbeiten die Vertreter der Landkreise an der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen für die Verkehrsverbund-Grundlagenstudie. Im Uhrzeigersinn: Raphaela Pagany (Stadt Passau); Dr. Gerrit Landsberg (BBG & Partner); Reinhart Wolf (Landkreis Freyung-Grafenau); Christina Wibmer und Veronika Eisch (Landkreis Regen; Florian Meyer (StMB); Sandra Obermeier (Landkreis Rottal-Inn). Aus technischen Gründen nicht im Bild: Maximilian Sommer (Landkreis Passau), Sebastian Obermaier und Dagmar Kraus (Landkreis Dingolfing-Landau) und Lucas Gehard (Landkreis Deggendorf).

Bildschirmprint Wibmer, Landkreis Regen.