Das Naturium am Inn in Ering hatte den Aktionstag „Citizen Science – Gemeinsam den Inn erforschen mit iNaturalist“ organisiert. Dieser ist ein Teil des Interreg-Projektes „INNsieme connect“, welches von Organisationen in den Anrainerstaaten des Inn durchgeführt wird. Ziel ist es auf die Artenvielfalt des Inn aufmerksam zu machen und ihm etwas Natürlichkeit zurück zu geben.
Passend zum „Internationalen Tag der Artenvielfalt“, der alljährlich im Mai stattfindet, wurde der Aktionstag veranstaltet, an dem jeder Bürger seine Beobachtungen teilen kann.
Nach Ering kamen zum Aktionstag einige interessierte Naturfreunde, um gemeinsam mit dem Naturium-Team Arten am Unteren Inn zu entdecken. Zunächst wurde überprüft, ob jeder die kostenlose App „iNaturalist“ auf dem Smartphone installiert hatte. Mithilfe dieser App ist es für alle Bürger möglich, sich an der Erfassung verschiedener Pflanzen- und Tierarten in seiner Region zu beteiligen. Die Daten stehen weltweit jedem in der App registrierten Naturkenner und Experten zur Verfügung. So bekommt man bei der Bestimmung der jeweiligen Art auch Unterstützung. Durch die vielen Nutzer entsteht ein großer Datenpool, den Wissenschaftler auswerten können, um dadurch mehr Erkenntnisse über die Artenvielfalt in den verschiedenen Gebieten zu gewinnen.
Mit der Gruppe ging es zunächst auf den Inndamm am Kraftwerk Ering-Frauenstein. Auf dessen mageren Standorten herrscht bereits eine große Vielfalt verschiedenster blühende Wildkräuter, die eine hohe Anzahl an Insekten, Schmetterlingen, Bienen, Käfern etc. anziehen. Im Staubereich konnte die Gruppe einige Wasservögel, wie Stock- und Reiherenten, Haubentaucher, Grau- und Rostgänse entdecken.
Weiter ging es in den Auwald. Auf dem Naturerlebnisweg am Altwasser zeigten sich zunächst ein Höckerschwanenpaar und einige Blessrallen. Auch hier fand man verschiedene Blühpflanzen auf den eher schattigen Standorten. Aus den Wipfeln der Weiden und Eschen hörte man den Kuckuck und den Pirol. Der Teichrohrsänger war aus dem Schilfbestand im Altwasser zu hören, die Gesänge des Zilpzalps und des Buchfinks begleiteten uns auf dem Weg durch den Auwald.
Die Teilnehmer der Aktion fotografierten fleißig Pflanzen und Insekten am Wegesrand und luden diese in der App iNaturalist hoch. Eine KI gab dazu konkrete Vorschläge, um welche Art es sich dabei handeln könnte. So kam man auf eine stolze Anzahl an neuen Arten, mit der man die App „iNaturalist“ ergänzen konnte.
Die Leiterin des Naturium, Dorena Buchmeier, zog im Anschluss ein Resümee: „Das war heute ein rundherum gelungener Aktionstag, um die Artenvielfalt am Alpenfluss Inn, speziell hier in unserer Region am Unteren Inn, zu dokumentieren. Ich danke allen Teilnehmern ganz herzlich, die dazu ihren wertvollen Beitrag geleistet zu haben!“
Wer wissenschaftliche Arbeiten unterstützen möchte, um weitere Erkenntnisse über die Biodiversität unserer heimischen Natur zu gewinnen, kann jederzeit anhand der kostenlosen App „iNaturalist“ Fotos machen und hochladen. Mehr Informationen dazu und zum Interreg-Projekt „INNsieme“ gibt es auf der Webseite des Naturium unter www.naturium-am-inn.eu/projekte.