Nach mehreren schweren Unfällen auf der B 12 zwischen dem Ende der A 94 bei Burghausen und dem Grenzübergang Kirchdorf am Inn/Braunau haben Vertreter der beteiligten Behörden und Institutionen bei einem vom Landkreis Rottal-Inn initiierten Runden Tisch gemeinsam nach Lösungen gesucht. Beim Austausch waren die Straßenverkehrsbehörden der Landkreise Rottal-Inn und Altötting, Vertreter der Staatlichen Bauämter Passau und Traunstein sowie der Polizei dabei. Hintergrund ist die Schwere der Unfälle: Allein im Jahr 2026 kamen auf der Strecke bereits vier Menschen ums Leben. Als wesentliche Faktoren wurden das hohe Verkehrsaufkommen, insbesondere auch der Schwerverkehr, sowie überhöhte Geschwindigkeiten genannt. Für mehr Sicherheit sollen nun zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden.
Zunächst wurde festgehalten, dass punktuelle Maßnahmen an einzelnen Unfallschwerpunkten das Problem teilweise lediglich auf andere Streckenabschnitte verlagern dürften. Deshalb waren sich die Beteiligten einig, dass die B 12 auf dem gesamten Abschnitt möglichst einheitlich betrachtet und ausgestattet werden soll – unabhängig von Landkreis- oder Bezirksgrenzen. Eine dauerhafte Verbesserung der Gesamtsituation werde letztlich erst mit der Fertigstellung des entsprechenden Autobahnabschnitts erwartet, mit der frühestens innerhalb der kommenden zehn Jahre zu rechnen sei. Zugleich werde durch die geplante vollständige Fertigstellung des Knotens A 3/A 94 bei Pocking mit weiter zunehmendem Verkehr gerechnet.
Dennoch wollen die Beteiligten bereits jetzt die möglichen Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit ausschöpfen. Als gemeinsame Lösung wurde vereinbart, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf dem betroffenen Abschnitt durchgehend in beiden Fahrtrichtungen auf 80 km/h zu begrenzen. Gleichzeitig soll ein durchgehendes beidseitiges Überholverbot für Fahrzeuge aller Art gelten. Da dieser Bereich ohnehin als Kraftfahrstraße ausgewiesen ist, dürfen Fahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h diesen auch weiterhin nicht befahren.
Die Verkehrszeichen sollen beidseitig der Fahrbahn aufgestellt und in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Ergänzend ist eine durchgehende sogenannte Agglomeratmarkierung mit strukturierter Oberfläche in der Fahrbahnmitte vorgesehen. Diese soll Fahrerinnen und Fahrer beim unbeabsichtigten Überfahren der Mittellinie durch Geräusche und Vibrationen warnen und zugleich moderne Spurhalteassistenten unterstützen.
„Ich bin froh, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten eine einheitliche Lösung für die Strecke gefunden haben“, sagt Rottal-Inns Landrat Martin Koppmann. Er lobte den konstruktiven Austausch und die sachliche Zusammenarbeit. „Bei einem Thema wie diesem bringt es nichts, Zuständigkeiten hin- und herzuschieben. Entscheidend ist, dass Polizei, Straßenbauverwaltung, Verkehrsbehörden und die beteiligten Landkreise gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung suchen. Genau das ist hier gelungen.“ Sein besonderer Dank galt den beiden Beschäftigten des Landratsamts, Abteilungsleiterin Julia König und Sachgebietsleiter Verkehrswesen Roland Fuchs.
Die Beteiligten sehen die neuen Regelungen als notwendig an, um künftig schwere Unfälle möglichst zu verhindern. Die Maßnahmen sollen regelmäßig anhand des Unfallgeschehens überprüft werden. Die neue Beschilderung soll nach Möglichkeit bereits im Zuge ohnehin geplanter Straßenbaumaßnahmen umgesetzt werden. Auf einem Abschnitt sollen die Verkehrszeichen bis zum 13. Oktober 2026 aufgestellt werden; auch auf dem übrigen Streckenabschnitt wird eine möglichst zeitnahe Umsetzung angestrebt.
Ab kommender Woche finden im Sozialamt Schulungen im Rahmen der umfassenden Softwareumstellung zum 1. Januar 2027 statt. Aufgrund dessen sind an gewissen Tagen einzelne Arbeitsbereiche nicht erreichbar - weder telefonisch noch persönlich.
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