Ausstellung mit Werken von Max Kaminski noch bis 27. September zu sehen
Eine außerordentliche Ausstellungseröffnung konnten am Samstag, 6. Juni die Besucher des Museums Zollhaus-Forum der Moderne in Simbach am Inn erleben: im Rahmen des grenzüberschreitenden Kunst- und Kulturprojekts verbINNdungen wurde die Ausstellung „INN Krisen“ eröffnet, bei der Werke von Max Kaminski (1938−2019) gezeigt werden. Dieses Interreg-Verbundprojekt bespielt 2025/2026 die Region am Unteren Inn zwischen Altötting, Ried und Neuhaus am Inn mit insgesamt 20 hochkarätigen Ausstellungen. Initiator und Leadpartner hierfür ist die Kulturarbeit des Landkreises Rottal-Inn.
Wilhelm Schopp, der Leiter des Museums, hat für die Ausstellung Werke zusammengetragen, die großformatig und expressiv, gleichwohl von einer inneren Ordnung getragen die Schrecken des Krieges thematisiert. Er begrüßte die rund fünfzig interessierten Besucher nicht ohne unter Anspielung auf den Ausstellungstitel auf die Krisen seines Hauses in den letzten Jahren hinzuweisen: die Überschwemmung beim Jahrhunderthochwasser 2016 und vor wenigen Monaten ein erneuter Wasserschaden, der Auswirkungen bis zum beschädigten Flügel im Erdgeschoß hatte.
Für den Landkreis Rottal-Inn begrüßte die stellvertretende Landrätin Anna Nagl. Sie verwies auf die traurige Aktualität, die Kaminskis drastische Kriegsdarstellung wieder hätte. Sie dankte dem Museumsleiter Wilhelm Schopp, dem Projektleiter von verbINNdungen und Kulturbeauftragten Dr. Ludger Drost sowie der Projektkoordinatorin Dr. Andrea Schilz für das Zustandekommen dieser auch innerhalb des Projekts herausragenden Schau.
Dr. Andrea Schilz erläuterte im Anschluss das Vorhaben. VerbINNdungen habe es sich zur Aufgabe gemacht, den Kulturraum am Unteren Inn neu auszuleuchten, in dem der Fluss die längste Zeit weniger als Grenze, denn als verbindende Raumachse wahrgenommen wurde. Kulturhistorische Erzählungen würden hier zeitgenössischer Kunst gegenübergestellt. Auch Konfliktträchtiges werde nicht ausgespart, etwa Kriege oder NS-Zeit bei vergangenen Ausstellungen im K3 von Rudolf Huber-Wilkoff in Kottigstelzham oder im Charlotte-Taitl-Haus in Ried im Innkreis. Die völlig Zerstörung Simbachs im Österreichischen Erbfolgekrieg 1743 werde nun im Museum Zollhaus dem Kriegserleben des 1938 in Ostpreußen geborenen Max Kaminski gegenübergestellt.
Günther Wöhl, einst selbst Bürgermeister der Stadt und heute Vorstandsmitglieds im Kunstverein Passau, war es vorbehalten die kriegerischen Ereignisse in Simbach, beginnend mit dem Dreißigjährigen Krieg, ausführlich darzustellen. Die Einführung zum Werk des Malers sprach Katharina Kölbl, die den Maler als Freund der Familie Schopp schon in ihrer Kindheit kennenlernte. Sie umriss die Wirkung der Bilder, die dem Auge keinen Halt geben, in denen Bedrohliches gerade deshalb augenscheinlich wird. Nicht im Zeichenhaften, auch nicht im Surrealen erschließen sie sich, sondern im Irrealen.
Zum Abschluss begrüßte der Zweite Bürgermeister der Stadt Simbach am Inn, Alfred Feldmeier, die Anwesenden zugleich in seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins Heimatmuseum und bedankte sich bei der Familie Schopp für deren Wirken in der Stadt und die gute Zusammenarbeit.
Die Ausstellung „INN Krisen“ ist noch bis 27. September 2026 im Museum Zollhaus (Innstraße 46 – 48, D-84359 Simbach am Inn) zu sehen, geöffnet Samstag und Sonntag 14−18 Uhr, Kurat: Wilhelm Schopp. Eintritt frei.
Zurzeit sind weitere Ausstellungen der verbINNdungen in Mattighofen und Kößlarn zu sehen. Informationen unter www.verbinndungen.eu
Bild: Nach der Eröffnung versammelten sich zum Gruppenbild (v. l.): die Kulturbeauftragte der Stadt Simbach am Inn Petra Enghofer, die stellvertretende Landrätin Anna Nagl, Laudator Günther Wöhl, der zweite Bürgermeister von Simbach am Inn Alfred Feldmeier, Museumsleiter Wilhelm Schopp und Projektleiter Dr. Ludger Drost (Foto: Rudolf Beer, nicht im Bild: Dr. Andrea Schilz, Projektkoordinatorin)