11.11.2025 - Waldarbeiten für das Projekt „LIFE Riverscape Lower Inn“ beginnen im Landkreis Rottal-Inn

Im Rahmen des EU-geförderten Projekts „LIFE Riverscape Lower Inn“ beginnen bis Ende November die ersten naturschutzfachlichen Maßnahmen in den Auwäldern des Landkreises Rottal-Inn. Ziel des Projekts ist die Umsetzung wesentlicher Vorgaben der europäischen Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzrichtlinie. Durch gezielte Waldpflege soll die Qualität der Auenwälder verbessert und zusätzliche Lebensräume für Insekten, Vögel und Amphibien geschaffen werden.

Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts haben die Regierung von Niederbayern als höhere Naturschutzbehörde, die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Passau und Rottal-Inn, die VERBUND AG, das Büro Dr. Schober Gesellschaft für Landschaftsplanung, die Abteilung Naturschutz des Amtes der Oberösterreichischen Landesregierung, die Landesfischereiverbände von Oberösterreich, die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau und Landau a. d. Isar-Pfarrkirchen, die Fachstelle Waldnaturschutz Niederbayern, die Gebietsbetreuung für das Ramsar-Gebiet Unterer Inn sowie die Landschaftspflegeverbände Passau und Rottal-Inn einen von der Europäischen Union geförderten Umsetzungsplan entwickelt.

Für Mitte November 2025 ist nun der Startschuss für Maßnahmen auf den Auwaldflächen geplant, die überwiegend im Eigentum des Landkreises Rottal-Inn stehen. Für die praktische Umsetzung wurde der Landschaftspflegeverband Rottal-Inn e. V. beauftragt. „Mit dem Start der ersten Maßnahmen im Rahmen dieses Projekts setzen wir ein starkes Zeichen für den Erhalt und die ökologische Aufwertung unserer einzigartigen Auwälder. Wir investieren hier nicht nur in die Artenvielfalt, sondern auch in die Zukunft unserer Kulturlandschaft,“ so Landrat Michael Fahmüller.

Die Auwälder zwischen Kirchdorf am Inn (Seibersdorfer Au) und Ering (Eringer Au) zählen mit ihren Grauerlen-Beständen zu den größten und ökologisch bedeutendsten Waldtypen der Region. Ein zentraler Faktor für die Entstehung und den Erhalt dieses schützenswerten Lebensraums ist die traditionelle Nieder- bzw. Mittelwaldbewirtschaftung. „Diese jahrhundertealte Form der Waldbewirtschaftung wird auch heute noch kleinflächig im Projektgebiet praktiziert. In vielen Bereichen drohen die Bestände jedoch zu vergreisen. Durch die geplanten Hiebsmaßnahmen, die der traditionellen Bewirtschaftung entsprechen, soll dieser Vergreisung entgegengewirkt werden. Hierbei werden ausgewachsene Bäume etwa alle 20 Jahre auf den Stock gesetzt, um durch Stockausschlag die Verjüngung der Bestände zu fördern. Die entstehenden offenen Flächen bieten zahlreichen Arten neue Lebensräume und entwickeln sich innerhalb weniger Jahre wieder zu vitalem Wald“, weiß Florian Marchner vom Fachbereich Naturschutz am Landratsamt Rottal-Inn.