16.10.2026 - Wichtiger Schritt zur Aufrechterhaltung der gynäkologischen Versorgung im Bereich Pfarrkirchen: „Frauenärzte an der Rott“ wird zu „Meine Gynäkologie“

Die gynäkologische Versorgung im Landkreis Rottal-Inn stand in den vergangenen Monaten stark im Fokus und war auch Thema im zurückliegenden Kommunalwahlkampf. Durch Ermittlungen der Justiz fiel ein Arzt aus, und die gesamte Struktur der Frauenheilkunde im östlichen Landkreis hing in der Schwebe. Hier gibt es nun aber gute Nachrichten zu vermelden, wie Landrat Martin Koppmann und Pfarrkirchens Bürgermeister Wolfgang Beißmann nach einem Termin im Ärztehaus am Rottpark feststellen können. Seit Koppmanns Amtsantritt als Landrat hatte er gemeinsam mit Beißmann die Vorgänge eng begleitet und zahlreiche Gespräche mit möglichen Beteiligten zur Erarbeitung einer langfristigen Stabilisierung der Situation geführt. Schnell kristallisierte sich eine Lösung unter Beteiligung der überörtlichen Gemeinschaftspraxis „Meine Urologie“ heraus, welche zunächst die Frauenarztpraxis im Rottpark in Pfarrkirchen übernimmt und so die bisherige Versorgung sichert. Vier Frauenärztinnen und -ärzte arbeiten künftig in der Gemeinschaftspraxis „Meine Gynäkologie“.

Mit dem Ergebnis zeigten sich auch Dr. Leopold Durner und Dr. Alina Babes zufrieden. „Wir haben ein Gesamtkonzept gefunden, das gut ist für die beiden Praxen, aber vor allem auch für die Patientinnen und Patienten“, betonte Durner. Dem stimmte Dr. Babes zu. Sie war bisher in der nun aufgelösten Praxisgemeinschaft „Frauenärzte an der Rott“ tätig, die nun zu „Meine Gynäkologie“ wird. Sie bedankte sich dafür, dass alle Beteiligten immer ein offenes Ohr gehabt hätten. Alle angestellten Ärztinnen und Ärzte sowie die Arzthelferinnen arbeiten weiter. Zudem suche man noch nach weiteren Gynäkologinnen und Gynäkologen, um die Versorgung wieder auf den Stand vor Februar bringen oder sogar ausbauen zu können.

Die nun gefundene Kooperation lobte Pfarrkirchens Bürgermeister Wolfgang Beißmann. „Es war ein langer Verständigungsprozess unter schwierigen Vorbedingungen“, sagte er. „Ich denke aber, wir haben alle an einem Strang gezogen und eine sehr gute Grundlage für die weitere Entwicklung geschaffen.“ Die Praxisübernahme sei nicht nur für Pfarrkirchen, sondern für die ganze Region wichtig.

Landrat Martin Koppmann beurteilte die Lage ähnlich und unterstrich: „Politik und Verwaltung können eine solche Lösung nicht verordnen. Aber wir können vermitteln, Menschen an einen Tisch bringen, Fördermöglichkeiten aufzeigen und deutlich machen, dass wir ein solches Vorhaben administrativ unkompliziert und konstruktiv begleiten wollen.“ Auch stellte er klar: „Das war keine einfache Situation. Umso mehr verdient es Anerkennung, dass die Beteiligten das Wohl der Patientinnen in den Mittelpunkt gestellt, sich zusammengefunden und dabei eigene Präferenzen teilweise zurückgestellt haben. So ist eine gute Lösung entstanden“, zeigte sich der Landrat überzeugt.

Eine zentrale Rolle spielte bei der Erarbeitung des nun gefundenen Modells die Gesundheitsregionplus des Landkreises Rottal-Inn. Deren Geschäftsführerin Anna Huber stand bereits vor Koppmanns offiziellem Amtsantritt mit ihm in Kontakt, um die von ihm gewünschte Änderung der Schwerpunktsetzung abzusprechen. Diese liegt seit dem 1. Mai klar auf der Aufrechterhaltung der ärztlichen Versorgung im Landkreis. Durch ihre langjährige Vernetzung und ihr detailliertes Wissen über die regionale Gesundheitslandschaft konnte sie Gespräche initiieren, Kontakte herstellen und Entwicklungen fachlich einordnen, lobte Koppmann Anna Huber. „Dieses Wissen und ihre Vernetzung waren in den vergangenen Monaten immer wieder Gold wert und haben geholfen, manche Klippe zu umschiffen“, so der Landrat.

Trotz der nun erreichten Lösung sehen weder Koppmann noch Beißmann einen Anlass, die Anstrengungen im Bereich des Gesundheitswesens und der gynäkologischen Versorgung in Pfarrkirchen zurückzufahren. „Heute können wir eine gute Nachricht verkünden. Gleichzeitig wissen wir sehr genau, dass die Herausforderungen bei der ärztlichen Versorgung riesig bleiben. Der demografische Wandel und die bundespolitischen Rahmenbedingungen machen die Situation vor Ort nicht einfacher“, betonten beide unisono. Umso wichtiger sei es, weiter dranzubleiben. „Wenn Ärzte, KVB, Bürgermeister und Landkreis gemeinsam an einem Tisch sitzen, können wir auch an anderen Stellen Lösungen erreichen“, so das Fazit der beiden Politiker.

 

Auf dem Bild: Freuen sich über den wichtigen Schritt zur Aufrechterhaltung der gynäkologischen Versorgung im Bereich Pfarrkirchen: (von links) Landrat Martin Koppmann, Dr. Leopold Durner, (vorne, von links) Dr. Nina Franz, Dr. Alina Babes und (vorne, rechts) Dr. Katrin Mikolaiczik sowie (hinten, von rechts) Bürgermeister Wolfgang Beißmann und Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus, Anna Huber.