Der Landkreis Rottal-Inn hat einen neuen Integrationslotsen: Joachim Kaeber hat vor rund einem halben Jahr die in der Kreisentwicklung des Landratsamtes angesiedelte Position übernommen. Bereits nach den ersten Tagen im Amt konnten zentrale Aufgabenfelder definiert und konkrete Projekte auf den Weg gebracht werden. Kürzlich stellte er Landrat Michael Fahmüller die ersten Ergebnisse und geplanten Maßnahmen in einem persönlichen Gespräch vor.
Joachim Kaeber ist ausgebildeter Pädagoge und verfügt über breite Berufserfahrung in der Erwachsenenbildung mit dem Schwerpunkt Arbeitsmarkt. Anschließend war er rund ein Jahrzehnt in der sozialen Arbeit tätig, insbesondere in der Begleitung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie im Bereich Migration. „Nun bin ich Kümmerer für die beim Landratsamt registrierten ehrenamtlich tätigen Sprach- und Kulturmittler, arbeite mit der Freiwilligenagentur, den Volkshochschulen und weiteren Institutionen zusammen und bin Netzwerker für die Themen Migration, Integration und Ehrenamt“, so der 58-jährige Eggenfeldener.
Er entwickelt zusammen mit Ehrenamtlichen Projekte, die in der Folge von den Ehrenamtlichen selbst durchgeführt werden. „Vor kurzem konnten wir einen Interkulturellen Männertreff ins Leben rufen, der einmal monatlich stattfindet“, so Kaeber. Das Treffen dient dazu, die Vernetzung zwischen Männern aus verschiedenen Ländern und die Integration vor Ort zu fördern. Weitere Projekte sind die Unterstützung des Aufbaus von Sprachcafés und die Entwicklung von Fortbildungsangeboten für Ehrenamtliche. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit wird die Gewinnung von zugewanderten Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten sein. „Dafür baue ich ein Netzwerk auf, das die Anlaufstellen für Interessierte mit den Einsatzmöglichkeiten zusammenbringt“, so der Integrationslotse.
„Die Arbeit des Integrationslotsen ist ein zentraler Baustein für den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Landkreis Rottal-Inn. Integration gelingt dort am besten, wo Menschen einander begegnen, sich engagieren und Verantwortung übernehmen“, so Landrat Michael Fahmüller. „Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg, ein starkes Netzwerk und viele engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die gemeinsam dazu beitragen, dass Vielfalt bei uns als Bereicherung gelebt wird. Danke für Ihren Einsatz!“
In Bayern werden seit 2017 Stellen für hauptberufliche Integrationslotsinnen und -lotsen durch das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration gefördert. Die Hauptaufgabe der Lotsinnen und Lotsen war in der Zeit der großen Fluchtbewegungen aus Syrien und Afghanistan die Unterstützung und Koordination der Ehrenamtlichen, die oft in Helferkreisen aktiv waren sowie die Vernetzung mit Behörden, Bildungsanbietern und Hilfsorganisationen. Mittlerweile liegen die Tätigkeitsschwerpunkte einerseits in der Unterstützung der noch tätigen Ehrenamtlichen und andererseits in der Förderung von zugewanderten Menschen, die ehrenamtlich tätig sind oder dies werden wollen.