09.07.2022 / GR+

Niemals warten, bis es zu spät ist

Niemals warten, bis es zu spät ist

Herztage der Gesundheitsregion Plus überzeugen mit verständlichen Informationen - Interesse groß

Eggenfelden. Es ist immer noch eine traurige Tatsache: Der Herzinfarkt gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Manchmal kündigt er sich an, manchmal kommt er wie der berüchtigte "Blitz aus heiterem Himmel". Doch es gibt Möglichkeiten, etwas zu tun für das Herz, bevor es Schaden nimmt, und oft sind gar nicht so aufwendige Änderungen im Lebensstil, die zu deutlichem Absenken von Risikofaktoren führen können.

Bei den Herztagen der "Gesundheitsregion Plus" des Landkreises in Zusammenarbeit mit der AOK – das Motto lautete "Heimat mit gesundem Herz" – gab es deshalb wichtige, vor allem aber für Laien verständliche Informationen rund um das Herz, seine Krankheiten und die Vorbeugung, zu der jeder etwas für sich selbst beitragen kann.

 

So geht das mit der Wiederbelebung: Ausbilderin Margit Gmeiner vom BRK-Kreisverband betonte, dass Nichtstun das Schlechteste ist, was man tun kann, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht.

"Die Rückmeldungen waren sehr positiv, offensichtlich haben wir unser Ziel erreichen können, die Menschen anzusprechen und Informationen anzubieten, mit denen jeder etwas anfangen kann", freut sich Organisatorin Sophia Freudenstein als Leiterin der Gesundheitsregion Plus. Viele Interessierte waren zu den Vorträgen gekommen beim Turnen mit dabei und nutzten die Gelegenheit, den wichtigsten Muskel des Körpers einmal von innen zu betrachten: Denn in der Aula des Closen-Gymnasiums war ein großes begehbares Modell des Herzens aufgebaut, in dem auch die wichtigsten Erkrankungen von der verdickten Herzwand zu verengten Blutgefäßen gut zu sehen waren.

 

Prof. Dr. Christan A. Gleißner, Chefkardiologe der Rottal-Inn Kliniken, hielt zur Einführung einen Vortrag, in dem er einen Überblick gab über die Krankheiten des Herzens, über das, was man dem Herzen Gutes tun kann und auch über die Möglichkeiten der modernen Medizin, wenn das Herz entsprechende Hilfe braucht. Er machte deutlich, dass man schon auch selbst die Initiative ergreifen könne: Gewicht reduzieren, das Rauchen einstellen, regelmäßig die CheckUp-Termine beim Hausarzt wahrnehmen, öfter einmal auf das Auto verzichten und umsteigen auf das Fahrrad oder die eigenen Füße benutzen für Treppe und auf den Aufzug verzichten. Klar sei aber auch: Beim geringsten Verdacht auf einen Herzinfarkt mit den typischen Symptomen wie kalter Schweiß, Angstgefühle, Schmerzen im Herzbereich, die bis in die Schulter und in den Arm ziehen, "da heißt es, sofort die 112 wählen und den Notarzt rufen", so Gleißner.

Dass Sport und Bewegung durchaus auch im höheren Alter und auch bei vorgeschädigtem Herzen machbar sind und Spaß machen können, das bewiesen die Herzsportgruppen aus dem Landkreis Rottal-Inn unter der Leitung von Dr. Anton Wartner und Dr. Alexandra Fuchs. Dann ging es auch schon von der Theorie in die Praxis: Mit einfachen Übungen, mit richtiger Atmung und mit viel Spaß am Dabeisein machten alle mit und stellten fest, dass es auch Freude machen kann, vom Sofa aufzustehen und sich zu bewegen. "Das tut dem Herz gut – und der Seele", so Dr. Alexandra Fuchs.

"Herzgesund leben – bewusst genießen", mit diesem Vortrag von Simone Heilmeier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten endeten die Herztage, und dabei war zu erfahren, dass es einen ganz einfachen Trick gibt, um sich gesünder zu ernähren: Die Hälfte des Tellers sollte gefüllt sein mit Salat und Gemüse, natürlich ohne fettes Dressing; ein Viertel des Tellers kann mit Beilagen wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis befüllt werden, das letzte Viertel gehört einem guten Stück Fleisch.