02.02.2026 - Maßarbeit aus Eggenfelden

ART GmbH überzeugt mit Qualität und sozialem Engagement

Im Rahmen seiner regelmäßigen Unternehmensbesuche informierte sich Landrat Michael Fahmüller kürzlich über die Arbeit der ART GmbH in Eggenfelden. Der Betrieb verbindet hochqualitative Manufakturarbeit mit gelebter Integration und zeigt, wie mittelständische Unternehmen auch unter anspruchsvollen Bedingungen erfolgreich am Standort Deutschland produzieren können.

Die ART GmbH ist spezialisiert auf die Fertigung hochwertiger Sitzbezüge und Polsterlösungen, vor allem für Reisemobile. Hauptkunde ist die Firma Aguti, für die die ART GmbH die größte von drei Konfektionen in Deutschland ist. Produziert werden rund 45 Tausend Sitze pro Jahr. Das Unternehmen fertigt etwa 25 verschiedene Sitzmodelle mit unterschiedlichen Polsterungen sowie Kopfstützen – vielfach in Handarbeit. Zu den Produkten zählen außerdem Bezüge z. B. für Postfahrzeuge sowie Möbelpolster und Ausstattungen für Hotels in Zusammenarbeit mit regionalen Schreinereien und Planungsbüros.

Seit 2010 ist der Betrieb am Standort Eggenfelden auf rund 4.500 Quadratmetern angesiedelt. Heute arbeiten hier 42 Beschäftigte, davon 25 in der Produktion. Zehn Mitarbeiter stammen aus Syrien, weitere aus Eritrea und anderen afrikanischen Ländern. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben auf ausländische Fachkräfte angewiesen, da qualifizierte Näherinnen und Näher in Deutschland kaum noch zu finden seien.

„Wir helfen unseren Kunden, genau das Produkt zu bekommen, das sie sich vorstellen und wünschen“, betont Geschäftsführer Axel Rosenwirth. Die Fertigung ist stark individualisiert, mit etwa drei Monaten Vorlaufzeit pro Auftrag. Moderne Spezialmaschinen ergänzen die handwerkliche Arbeit. Trotz steigender Lohnkosten zeige sich: „Wir können in Deutschland produzieren, wenn wir höchste Qualität liefern.“

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Integration und Qualifizierung. Die ART GmbH beschäftigt eigens eine Deutschlehrerin und bietet abendliche Sprachkurse im Betrieb an. Die Mitarbeitenden seien hochmotiviert, arbeitswillig und fachlich sehr geschickt. Gerade bei anspruchsvollen Produkten wie Kindersitzen schafften nur etwa zehn Prozent der Näherinnen und Näher den erforderlichen Qualitätsstandard – viele der syrischen Mitarbeiter gehörten dazu. Schwierigkeiten bereiteten jedoch bürokratische Hürden und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

Innovationskraft beweist das Unternehmen ebenfalls: Gemeinsam mit einer Partnerfirma wurde im vergangenen Jahr eine neue Beinauflage entwickelt und patentiert. Eine eigene Entwicklungsabteilung arbeitet kontinuierlich an neuen Lösungen und Ideen. Die Geschäftsführung plant zudem, Personalwohnungen für Mitarbeitende bereitzustellen. Hierzu gab Landrat Michael Fahmüller Hinweise zu möglichen Vorgehensweisen und Unterstützungsoptionen. Landrat Michael Fahmüller zeigte sich beeindruckt: „Die ART GmbH ist ein Beispiel dafür, wie Innovationskraft, handwerkliche Präzision und Integration erfolgreich zusammenwirken. Solche Betriebe stärken unseren Wirtschaftsstandort und tragen auch zu den stabilen Gewerbesteuereinnahmen im Landkreis bei.“