13.08.2021 - Sommer im Naturium

Seit Ende Mai sind die Pforten des Umweltbildungszentrums Naturium am Inn in Ering am Inn wieder geöffnet und seither durfte das Team zahlreiche Schulklassen und Touristen in der grenzübergreifenden Umweltstation begrüßen. Bereits 25 Schulklassen mit knapp 500 Schülerinnen und Schülern und sogar eine Kindergartengruppe unternahmen verschiedene Exkursionen ins Europareservat. Die beliebtesten Angebote dabei sind z. B. der Teichkurs namens „Leben im Teich“. Dabei können die Kinder nach einer kurzen Einführung zum Ökosystem Teich mit dem Kescher nach Kleinlebewesen wie Kaulquappen suchen. Ebenfalls beliebt ist die Auwald-Führung, bei der die Teilnehmer spielerisch das Ökosystem Auwald kennenlernen und Interessantes zur dazugehörigen Vogel- und Tierwelt erfahren. Bei den älteren Schülerinnen und Schülern kommt vor allem der Mikroskopierkurs unter dem Motto „Leben im Wassertropfen“ besonders gut an.

Auch der NaTour-Wagon war vor den Sommerferien im Einsatz: Schulklassen aus Ering und Mining durften das Angebot als erste austesten. Da der Wagon mit Umweltbildungsmaterialien zu den Themen Auwald, Wiese und Vogelzug ausgestattet ist, konnten die Kinder spielerisch die Lebensräume sowie die Tierwelt des Europareservats kennenlernen. Mit den erfolgreichen Probe-Erlebnistagen ist das Interreg-Kleinprojekt „NaTour-Wagon“ abgeschlossen und der Wagon kann ab sofort als mobile Umweltbildungsstation gebucht werden – die Umweltbildungs-Programme finden dann direkt vor Ort an den Schulen statt.

Im Rahmen der Kooperation mit dem Projekt INNsieme, das sich dem Naturschutz und der Umweltbildung am gesamten Inn verschrieben hat und länderübergreifende Maßnahmen u. a. zum Artenschutz umsetzt, wurden erstmals Flusserlebnistage für Schulklassen angeboten. Mitglieder des Vereins Natopia aus Tirol waren dafür Ende Juli am Naturium und haben dort den Mitarbeitern in einem Workshop ihr Konzept vorgestellt, das dann wiederum an die Gegebenheiten am Unteren Inn angepasst wurde. Die 4. Klasse der Grundschule Ering durfte die Flusserlebnistage dann sozusagen austesten - mit Erfolg: Besonders gefiel den Kindern, dass sie selbst einen Flusslauf aus Sand bauen und beobachten durften, wie sich das Wasser seinen Weg bahnt.

„Es ist schön zu sehen, wie gut die Angebote des Naturium am Inn angenommen werden und vor allem, dass sich auch die junge Generation so für die Natur interessiert und begeistert. Daher freuen wir uns bereits jetzt auf die Anmeldungen fürs neue Schuljahr“, so Claudia Schmidt, Leiterin des Naturium am Inn.

Des Weiteren fand im Rahmen des Umweltbildungsprojekts „Zeitzeugen der Inn-Entwicklung“ am 24. Juli ein Generationentag statt. Nach einer kurzen Einführung zur Entwicklung des Unteren Inn unternahm die Biologin Dr. Helgard Reichholf-Riehm, die sich bereits seit Jahrzehnten für den Naturschutz am Unteren Inn einsetzt, eine Exkursion und gab dabei interessante Fakten und spannende Anekdoten zur Geschichte des Gebiets. Anschließend tauschten sich die Teilnehmer untereinander aus und diskutierten, wie sie die Inn-Entwicklung selbst erlebt haben bzw. was sie sich künftig für den Inn wünschen. Auf den Aufruf zur Materialsammlung kamen einige Rückmeldungen aus der Bevölkerung, darunter alte Karten, Fotos und kurze Geschichten. „Vielen Dank an alle ‚Zeitzeugen‘, die sich am Projekt beteiligt haben und ihre Erfahrungen und Schätze zur Entwicklung des Inns mit uns geteilt haben“, so das Team des Naturium. Die gesammelten Materialien fließen in die nächsten Veranstaltungen und in eine Wanderausstellung zur Flussentwicklung mit ein.

Darüber hinaus ist die Ausbildung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestartet, die mit ihrem Wissen über das Europareservat künftig Führungen und Exkursionen übernehmen und an Veranstaltungen mitwirken. Knapp 100 Bewerberinnen und Bewerber aus Bayern und Oberösterreich haben sich auf den Aufruf hin gemeldet, sodass nun insgesamt 20 Teilnehmer zu „Guides“ im Naturium ausgebildet werden können. „Dass für dieses Projekt so viele Bewerbungen eingehen, damit hätten wir nicht gerechnet! Das zeigt, wie groß das Interesse am Europareservat Unterer Inn ist und wie naturbegeistert die Bürgerinnen und Bürger sind. Wir alle freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit einer solch motivierten Gruppe und natürlich auf deren fachkundige Unterstützung im Anschluss“, so Claudia Schmidt.

Als nächstes finden im Rahmen des Eringer Ferienprogramms Enkel-Großeltern-Tage und Flussforscher-Tage für Kinder statt. Und auch für den Herbst sind bereits vielfältige Führungen und Veranstaltungen geplant.

 

Weitere Informationen zur Umweltstation Naturium am Inn sowie zu den bevorstehenden Veranstaltungen finden Sie unter www.naturium-am-inn.eu.

 

 

 

 

Bild: Das Leben im Teich erforschen: Sichtlich interessiert zeigten sich Laura Maischberger (vorne) und Emma Pfeil der Klasse 4c der Grundschule Pfarrkirchen beim Keschern nach Kleinlebewesen wie Libellenlarven.