Projekt zum grenzüberschreitenden Verkehr

Der Landkreis Rottal-Inn grenzt im Süden an Österreich mit dem Inn als natürlicher Grenze. Zwischen dem südlichen Landkreis und dem Bereich Braunau a. Inn mit Umgebung bestehen vielerlei Verflechtungen: Arbeiten, Einkaufen, Schulbesuch, Freizeitgestaltung, Familien- und Bekanntenkreis und viele weitere. Die Bevölkerung bewegt sich sehr häufig von einer Seite der Grenze auf die andere.

 

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Während der Landkreis Rottal-Inn an sich – zumindest zu den Hauptzeiten im Schüler- und Pendlerverkehr – ausreichend durch öffentliche Linien bedient wird, gibt es, mit Ausnahme der Zugverbindung zwischen Simbach und Braunau, kaum eine grenzüberschreitende öffentliche Verkehrsverbindung. Die Nachfrage nach zusätzlichen Angeboten im ÖPNV zwischen diesen Bereichen wächst aber ständig. Darum ist schon länger geplant, den südlichen Landkreis (also hauptsächlich die Gemeindegebiete Julbach, Kirchdorf a. Inn, Simbach a. Inn, Stubenberg und Ering) und den Bereich Braunau a. Inn (speziell die Gemeindegebiete Braunau, Burgkirchen, Neukirchen und St. Peter) besser miteinander zu verbinden.

Mobilität von ländlich lebenden Menschen erhöhen

Aus diesem Grund beteiligt sich der Landkreis Rottal-Inn am Interreg-Projekt RegiaMobil, an dem insgesamt elf Partner aus sieben Ländern beteiligt sind. RegiaMobil zielt darauf ab, die Mobilität der Menschen, die in ländlichen Gebieten leben, durch intelligente öffentliche Verkehrslösungen zu erhöhen und damit ihren Zugang zum europäischen und nationalen Verkehrsnetz zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Anbindung von Randgebieten und Grenzregionen.

Zu diesem Zweck nutzt RegiaMobil die Ergebnisse von vier Interreg-Projekten in Mitteleuropa (Rumobil, SubNodes, Shareplace, Connect2CE). Dieser Ansatz wird durch sechs Pilotprojekte umgesetzt, die die Übertragbarkeit und den Mehrwert intelligenter ÖPNV-Ansätze für bessere Mobilitätsdienste in ländlichen Gebieten demonstrieren sollen, sowie durch zwei Aktionspläne, die aufzeigen, wie die vom Rumobil-Projekt bereitgestellte transnationale Strategie von anderen regionalen öffentlichen Behörden, die für die Planung und Durchführung des öffentlichen Verkehrs zuständig sind, angewandt werden kann.

Pilotprojekt: Grenzüberschreitender Rufbus

Eines der sechs Pilotprojekte soll bei uns verwirklicht werden und zwar im Rahmen eines grenzüberschreitenden Rufbusses.

Der Landkreis Rottal-Inn hat die Abteilung Innovative Verkehrskonzepte der DB Regio Bus für die Analyse und die Konzeption möglicher Lösungen beauftragt. So sollen durch Befragungen der Gemeinden und der Bevölkerung die Bedarfe für ein verbessertes Mobilitätsangebot ermittelt und nach Auswertung der Ergebnisse ein Konzept für die Umsetzung eines grenzüberschreitenden Rufbusses erarbeitet werden.

Mit diesem Pilotprojekt möchten wir alle Menschen erreichen, die regelmäßig grenzüberschreitende Wege innerhalb der Untersuchungsregion unternehmen. Eine Beschränkung auf eine bestimmte Zielgruppe ist nicht vorgesehen.

Eigentlich sollten die Arbeiten am grenzüberschreitenden Pilotprojekt bereits im Jahr 2020 beginnen, aber die Corona-Pandemie machte dies leider unmöglich. Dieses Projekt lebt von Mobilität, von gegenseitigen Treffen, von Einkaufen und vielem mehr – also allem, was in diesen Zeiten gerade sehr eingeschränkt bzw. gegen Null tendiert. Daher kann das neue Mobilitätsangebot erst umgesetzt werden, wenn es die Covid-19-Bestimmungen zulassen.

Aber auf diese Zeit gilt es sich vorzubereiten, und daher werden wir demnächst mit den Befragungen starten.

Das Projekt wird mit insgesamt 1.367.371,80 Euro EU-Fördermitteln unterstützt. Der Landkreis Rottal-Inn beteiligt sich an diesem Projekt mit 29.397 Euro.